EXKLUSIV
Kabir nahm sich nur einen einzigen
Tag frei nach der Absetzung des Musicals The Far Pavilions, und stürzte
sich dann erneut in seinen Star-Alltag, um die kleinen und grossen
Verpflichtungen, die er während der fünfmonatigen Spielzeit
seines West End Musicals oft vernachlässigen musste, nun zu
erfüllen.
Nach der allerletzten Abendvorstellung am Samstag, dem 17. September
2005, "nahm ich mir eigentlich nur den Montag als einzigen Tag wirklich
frei und stellte alles um nur einen Tag zurück," erzählte
ein entspannt wirkender Kabir, salopp gekleidet in einem sandfarbenen
Hemd, zuhause in London im Gespräch mit www.Kabir-Bedi.com.
Die Rolläden des Fernsehzimmers sind wie immer geschlossen, gegen
das grellgoldene Sonnenlicht eines typischen Londoner Herbsttages. "Nun
erledige ich all jene Angelegenheiten, die ich nicht bearbeiten konnte" während
der Spielzeit des Musicals - wie zum Beispiel "Anrufe beantworten,
Korrespondenz abwickeln, Rechnungen bezahlen usw."
Überall bekannt wegen seinem persönlichen und herzlichen Kontakt zu
Fans, hat Kabir schon jetzt mehr als 150 Briefe und E-Mails beantwortet von Leuten,
die ihn um Autogramme gebeten hatten oder ihm ihre guten Wünsche übermittelt
hatten. Noch viel mehr Fanpost wird in den nächsten Wochen erledigt werden,
versprach Kabir.
Wenn man bedenkt, wie vielbeschäftigt
Kabir immer ist, ist es vielleicht sogar gut, dass eins der neuen Dreharbeiten-Projekte
nun doch leider nicht stattfinden wird. Nachdem man beschlossen hatte,
das Musical The Far Pavilions vorzeitig zu beenden, war Kabir vorgesehen,
eine der Hauptrollen in einer italienischen TV Mini-Serie zu spielen,
mit Dreharbeiten in Bulgarien. Aber die Produzenten entschieden sich
schliesslich dafür, die Rolle mit einem deutschen Schauspieler
zu besetzen.
Aber es ist wohl kaum eine Überraschung,
dass Kabir schon jetzt für viele persönliche Auftritte bei
Events in England während des ganzen Monats Oktober gebucht wurde.
Kabir sagt, er hat sich nicht ein einziges
Mal bei seinen mehr als 100 Auftritten als Khoda Dad Khan Sahib gelangweilt,
indem er sich darauf konzentrierte, in jeder einzelnen Aufführung "meine
allerbeste Leistung" zu zeigen.
Das Schwierigste daran, nun nicht mehr (beinahe täglich) auf der Bühne
zu stehen, war das abrupte Ende der sehr intensiven Konzentration und Energie
der vergangenen Monate.
"Plötzlich ist da nun nichts mehr," sagte Kabir.
Kabir erzählte, dass er an seinen Arbeitstagen für das Musical normalerweise
gegen 9.30 Uhr wach wurde, gegen Mittag für den neuen Tag bereit war,
und dann nur drei bis vier Stunden Zeit hatte um ein paar Dinge zu erledigen,
bevor es langsam Zeit wurde, zum Shaftesbury Theatre zu reisen, zwei Stunden
bevor die Show um 19.30 Uhr anfing. An Matinee-Tagen - zweimal wöchentlich
- hatte er sogar diese kurze Zeit nicht zu seiner privaten Verfügung,
und musste sofort schon am späten Vormittag zur Arbeit in's Theater. Sogar
an 'freien' Nachmittagen "wurde ein grosser Teil seiner Zeit von der Presse
in Anspruch genommen, zum Beispiel durch "Interviews mit indischen, britischen,
italienischen und spanischen Reportern", erklärte er.
Nach Ankunft im Shaftesbury war Kabir meistens zwei Stunden lang damit beschäftigt,
sich umzuziehen und zu schminken und - entscheidend wichtig -, "sich zu
verwandeln" in seinen Rollencharakter, Khoda Dad Khan. Das machte er,
indem er seinen Text nochmals probte und dann eigentlich zum Oberstallmeister
am Hofe von Gulkote wurde; wie jener fühlte, wie er dachte, wie er redete,
wie er sich bewegte und welche kleinen Gesten er machte: "Man muss Kabir
ausatmen, und man muss Koda Dad Khan Sahib einatmen."
"Teil dieser Vorbereitungen sind auch reine Schauspieltechniken," erklärte
Kabir. Als Beispiel nannte er die Technik, einen sehr tiefen Atemzug zu nehmen
- jedoch ohne hörbare Anstrengung - damit man einen sehr langen Satz laut
und ohne Pause deklamieren kann: "Anjuli, Du musst das verstehen: wenn Du
den kleinsten Fehler machst, wird sie Dich umbringen, und sie wird dabei genauso
wenig zögern als damals, als sie Deinen Vater tötete."
Nur bei einer einzigen Aufführung, als das Londoner U-Bahn-System unterbrochen
war, kam Kabir im Theater an und hatte nur eine halbe Stunde für seine
Vorbereitungen, wechselte in halsbrecherischem Tempo in sein Bühnenkostüm,
und rannte atemlos zum Auftritt auf die Bühne, "ein wenig verwirrt".
Nach den Aufführungen, die meist gegen 22.30 Uhr endeten, gab es oft Begegnungen
mit wartenden Fans am Bühnenausgang, und Verabredungen, Abendessen usw.
mit Freunden. Kabir ging sehr selten vor 2.00 Uhr nachts ins Bett.
Kabirs wichtigste Pläne ?
Erstmal freut sich Kabir sehr auf
die festliche Premiere des Akbar Khan Epos, Taj Mahal.An Eternal Love
Story, gegen Ende des nächsten Monats, und kurz danach wird er für
längere Zeit nach Indien zurückkehren, um u.a. konzentriert
und abgeschieden an seinem Buch weiter zu arbeiten, dessen Veröffentlichung
Kabir für 2006 plant. |