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CHAT [ RADIO SHOW ] - STORIES - November 2007
 
Stories

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  #60 - 30. November 2007
- Story in Bearbeitung -
Rai-Zusammenfassung:
- "Chicco di grano" - Sandokan und Verdeluna machen zusammen einen "Gedächtnis-Test". Sie erinnert sich an die Zeit, als ihr Grossvater ihnen einen jungen Hund gab, Chicco di grano [wörtlich: Weizenkorn], Sandokan dagegen hat keine Erinnerungen von der Zeit vor seinem Zusammentreffen mit der Perle von Labuan.
- "Chicco di grano" - Sandokan e Verdeluna fanno una "gara di memoria". Lei ricorda di quando suo nonno le regalò un cucciolo di cane, Chicco di grano, Sandokan invece non ha ricordi precedenti all'incontro con la Perla di Labuan.


#59 - 29. November 2007

- Story in Bearbeitung -
Rai-Zusammenfassung:
Der Rai-Radiosender veröffentlichte für heute, 29. November, die Zusammenfassung der bereits am 18. Oktober 2007 gesendeten Folge #29: "Barbie69".


#58 - 28. November 2007

- Story in Bearbeitung -
Rai-Zusammenfassung:
- "Frauen an die Macht" - Sandokan und Verdeluna sprechen über Wein und dessen Bedeutung. Verdeluna erzählt von Sir Hugo's befremdlicher Reaktion auf die Ankunft der Bürgermeisterin der Gemeinde im Geschäft, und sie träumt davon, grössere Macht zu haben, um die Eigentümerin des Geschäfts zu werden ?
- "Donne al potere" - Sandokan e Verdeluna parlano del vino e del suo significato. Verdeluna racconta delle strane reazioni del Cavalier Ugo all'arrivo della sindachessa del paese in negozio e sogna di avere maggiore potere, di diventare la proprietaria del negozio?


#57 - 27. November 2007

Sandokan ist in einer sehr poetisch angehauchten Stimmung heute abend, er sitzt entspannt an Deck seiner Galleone und schaut auf die Küstenlinie von Mompracem. Freund Yanez ist fest davon überzeugt, dass die Insel von Sirenen sicher über Wasser gehalten wird. Verdeluna meint dazu, den beiden altgedienten Haudegen ist wohl so ziemlich jedes Mittel recht um über - schöne - Frauen diskutieren zu können.
Oh, aber du, meine Verdeluna, bist ja meine Privatsirene, meine Inspiration, meine Muse, die mich zu einem Poeten werden lässt, und mich durch eine rosarote Brille die Welt sehen lässt, als wäre sie das schönste Gemälde, das je erschaffen wurde. Aber auch Verdelunas städtische Umgebung verwandelt sich in ein tropisches Paradies mit Palmen, Felsen und Wasserfällen, während sie mit ihrem Lieblingspiraten Sandokan chattet.
Morgens, als sie gerade an einer Ampel darauf wartete, dass sie grünes Licht für ihre Weiterfahrt bekam, sah Verdeluna eine Werbeanzeige für eine Kunstakademie, und sie träumte sofort in den Tag hinein, sah sich als talentierte und erfolgreiche Künstlerin. Dafür ist es ganz bestimmt noch nicht zu spät, meint Sandokan, so mancher berühmte Maler wurde erst ziemlich spät entdeckt, als er schon lange nicht mehr ganz so taufrische Pinsel hatte. Sogar hier auf Mompracem hatten wir neulich einen Besucher, der... STOP !!! Lass mich jetzt mal raten... Einen berühmten Maler ? Caravaggio ? Antonello da Venezia ?
Neeeee, also die sind ja nun wirklich viiiieeeel zu alt, Verdeluna. Nein, es handelt sich um meinen Freund Picasso, Verdeluna. Ah, Picasso ! Das hätte ich mir doch eigentlich gleich denken können !
Verdeluna liebt die Gemälde von Picasso, denn sie sind so herrlich verwirrend. Sandokan meint, Picasso war sowohl ein Maler als auch ein Poet, und er hatte die Offenherzigkeit, die Spontanität und die erfrischende Frechheit eines Kindes.
Hat denn der gute alte Pablo dir jemals eins seiner Bilder überlassen, Sandokan ? Man kann ja wirklich nur wild drauflos raten, wieviel es heute denn nun wohl wert wäre ! Tja, eines Tages sah Sandokan seinen Freund Picasso hoch oben auf einer Rahe seiner Galleone, mit seiner Leinwand, Palette, Malerfarbe, und auch einer grossen Anzahl frischen Eier, um dort Zabaglione machen zu können.
Was hat er denn da oben gemalt ? Einen gigantischen Kampf zwischen Stieren und den Wellen des Ozeans ! Solch eine Kraft des Ausdrucks ! Solch eine atmosphärische Unruhe ! Solch ein Sturm der Sinne ! Solch ein tolles Durcheinander ! Geradezu superb hurz-artig !!!
Du hättest ihn mal dort oben sehen sollen, auf dem höchsten Mast meines Segelschiffes. Er war mehr als ein Maler, er war ein Toreador, ein Stierkämpfer, ein Picador, eine lebende Legende !
Sandokan und Yanez waren beide wie gelähmt, konnten Tag und Nacht keine Sekunde lang ihre Augen von diesem Künstler abwenden, tranken einen exquisiten Kaffee nach dem anderen...
Und wegen all diesem literweise konsumierten Koffein hatten die zwei Freunde doch tatsächlich ihren ersten - und bis jetzt einzigen - Streit. Yanez wagte es doch tatsächlich, den grossen Künstler in luftiger Höhe einfach mit Bruce Lee zu vergleichen, dort auf der Spitze des höchsten Schiffsmasts sitzend.
Nach acht Nächten und acht Tagen kletterte Picasso endlich von seinem maritimen Hochsitz herunter, mit seinem fertigen Gemälde. Er ging hinüber zu Yanez' Strandkiosk, bat um einen Kaffee, und fiel prompt auf der Stelle in einen tiefen Erschöpfungsschlaf, der eine ganze Woche dauerte.
Und was ist denn nun mit dem Gemälde ? Das hat nun natürlich einen Ehrenplatz in der Kapitänskajüte von Sandokans Segelschiff. Grosser Glückspilz Sandokan...
Das einzige Bild, das Verdeluna je als Geschenk bekommen hat, war ihr eigenes Portrait, von einem Strassenkünstler auf der Piazza Venezia in Rom im Schnellverfahren angefertigt, und es war vom Turbo-Trottel in Auftrag gegeben. Dumm gelaufen, dass es dann irgendwie seinen letzten Ruheplatz fand an der Pinnwand in der Automechaniker-Werkstatt des Turbo-Trottels, ausgerechnet über einem Playboy-Kalender... Du kannst dir bestimmt vor deinem geistigen Auge ein Bild davon machen, Sandokan ?
Gib mir deine Hand, und wir erklimmen den Hauptmast, genau wie Meister Picasso. Ich möchte der Stier in deiner Arena sein, und du bist dann meine Matadorin. Es gibt wohl nichts Herrlicheres auf Erden, Verdeluna, als durch deine Hand zu sterben... Olé !
Rai-Zusammenfassung:
- "Picasso" - Verdeluna spricht darüber, wie gern sie eine Malerin wäre, und Sandokan erzählt von Picasso auf Mompracem, der versuchte ein Bild zu malen, während er auf einer Rahe von Sandokans Galeone heraufgezogen war.
- "Picasso" - Verdeluna racconta quanto le piacerebbe essere una pittrice e Sandokan racconta di Picasso a Mompracem, intento a dipingere un quadro issato sul pennone del suo galeone.


#56 - 26. November 2007

Auf Mompracem findet gerade ein Drachenfestival statt. Jeder, der einen Drachen steigen lässt, darf sich was Schönes wünschen... Sandokans glühender Wunsch ist es, eines Tages einen Drachen bauen zu können, der ihn weit weg hin zu den fernen Sternen mitnehmen kann, unseren intergalaktischen Don Quichote. Wird es auch ein Plätzchen an Bord des Drachens geben für Verdeluna, vielleicht in der Gestalt seines treuen Gefährten Sancho Panza ? Klar doch, halte dich einfach an dem seidenen Faden der Drachenleine gut fest, und lass' vor allem nicht los !
Und wovon träumt denn unsere feurige Señora Sancho ? Ihr bescheidener Herzenswunsch ist eine Insel, die sie ganz für sich alleine ihr eigen nennen kann. Folge ganz einfach nur deinem Drachen, rät ihr Don Sandokan. Er wird ganz bestimmt eine tolle Insel für dich finden, gleich hinter den Ringen des Saturn, genau dort, wo du den Sonnenaufgang auf Jupiter gut sehen kannst. Es gibt dort sogar eine ganze Kolonie von gutsituierten Wohninseln, und sie sind alle kaum 20 Minuten Reisezeit von der Innenstadt entfernt.
Aber anstatt Sandokans abenteuerlichen Drachentransport querbeet durch den Weltraum in Anspruch zu nehmen, hat Verdeluna jetzt erstmal ein für die italienische Provinz etwas realistischeres Fahrzeug gekauft, nämlich den alten Land Rover, der ihrer Freundin Olivia gehörte. Verdeluna war bei ihr zu einem deftigen Abendessen eingeladen, es gab Sauerkraut mit Knödeln. Diese sehr realen und sehr irdischen Knödel hatten sichtbar eine geradezu wunderbare Wirkung auf Verdeluna. Sie konnte den köstlich duftenden, appetitlich glänzenden Kugeln einfach nicht widerstehen und liess sich einen Klops nach dem anderen - eben so, wie man ja auch die Knödel essen sollte - gut schmecken; die ganze Zeit über hatte sie das herrliche Gefühl, sowohl mit den köstlichen Knödeln auf ihrem Teller als auch mit der Welt ganz allgemein sehr im reinen zu sein. Und dann öffnete Nicola, Olivias Ehemann, der aus Apulien stammt, obendrein ein paar Flaschen Primitivo, ein Wein mit enormer Wonne-Wirkung...
Und als sie gemeinsam im Garten spazieren gingen, sprachen sie über alte Freundschaften... Deshalb begann Verdeluna, über einen ihr sehr wichtigen, alten Freund zu sprechen, der erst vor kurzem plötzlich und unerwartet das Zeitliche gesegnet hatte... ihr alter geliebter Fiat 131.
Ach, weisst du was, sagte Nicola spontan, warum nimmst du dann nicht einfach unseren Land Rover ? Und um dem bedeutungsschwangeren Blick seiner Frau, und - damit eng verbunden - dem jetzt sofort drohenden Einsatz ihrer durchaus respektablen linken Faust entgegen zu wirken, versprach er Olivia kurzerhand einen nagelneuen fahrbaren Untersatz. Und so begaben sie sich alle einträchtig zur Garage, wo sie den alten lieben Landy erstmal gebührend bewunderten, und Verdeluna verliebte sich auf der Stelle in diesen überaus attraktiven neuen alten Blechkameraden !
Ssso, wooohin wirrrst du denn mittt diesem Offroader hinnnfaaaren, fragte Olivia. Nach Mompracem natürlich, zur Aaaaattacke !!! Und als Olivia dann hoch-und-heilig versprach, das Auto würde Verdeluna dorthin zur meerwasserumspülten Sandokan-Residenz tatsächlich bringen können ("Jawohl ! Darauf verwette ich sämtliche Knödel, die du essen kannst"), waren sie sich sofort handelseinig. Lang lebe der neue Offroader !!!
Weiss Olivia denn von den Chats zwischen Verdeluna und Sandokan ? Nein. Und Yanez ? Keinesfalls. Nur der Wind weiss davon, und auch das Mondlicht, das sanft und verschwiegen auf Mompracem und in Italien auf die Tastatur ihrer Computer scheint...
Rai-Zusammenfassung:
- "Der Drachen" - Festival des Drachens auf Mompracem. Verdeluna geht zum Abendessen zu Olivia, und nachdem sie sich ziemlich vollgestopft hat mit Knödeln, kauft sie den Land Rover von Olivia und deren Mann.
- "L'aquilone" - Festa degli aquiloni a Mompracem. Verdeluna va a cena da Olivia e dopo essersi abboffata di canederli, compra la Land Rover di Olivia e suo marito.


#55 - 23. November 2007

Sandokans ausgezeichneter Geruchssinn ist wegen der Nacht sogar noch stärker verschärft, und deshalb kann er sogar Verdelunas Parfüm riechen, wie die zarten Klänge einer Flöte von weit, weit her. Verdeluna fühlt sich sehr geschmeichelt, und es wäre ihr am liebsten, wenn das grandiose olfaktorische Flötenkonzert von Sanssouci, äh Mompracem, so lange wie irgend möglich dauern würde.
Aber leider... ihr eigenes empfindliches Riechorgan wird plötzlich infiltriert von einem überaus penetranten scharfen Zwiebelgeruch, der das ganze Wohngebäude durchzieht. Für Sandokan jedoch ist der Zwiebelgestank eher wie eine tolle Geige in seinem gerade stattfindenden Geruchskonzert. Perfektion in höchster Vollendung. Ganz so wie die exquisiten Zwiebel-Pfannengerichte von Yanez, die mit ihrem Duft Leute von ganz Mompracem anziehen, und - wenn der Wind aus der richtigen Ecke weht - sogar von noch viel weiter weg gelegenen Inseln.
Wie hat wohl Valerio seinen Astrophysiker verführt, fragt sich Verdeluna, mit gebratenen Zwiebeln ? Vielleicht... Und wie würde dann wohl Sandokan Verdeluna romantisch 'rumkriegen wollen ? Mit einem ganzen Topf voller herrlicher Muscheln, von Yanez zubereitet. Nein, das zählt aber nicht ! OK, mit einem grünen Salat ?
Yanez hat einen riesigen Küchen- und Kräuter-Garten auf Mompracem, der ist so gross, dass er sogar oft Führungen für Schulkinder darin veranstaltet. Aber Sandokans Lieblingsessen ist ganz bestimmt Nicole's Kürbis...
Nicole Kidman besuchte Mompracem vor vielen, vielen Jahren, um sich für ihre Hauptrolle im Blockbuster "Cinderella" [Aschenputtel] vorzubereiten. Aber als sie Yanez' Küchengarten besuchte, wurde sie furchtbar böse mit ihm - und das hatte zur Folge, dass der arme Yanez, ein Liebhaber starker Frauen, sich auf der Stelle in sie unsterblich verliebte. Aber wieso war Nicole so ungehalten ? Weil in dem ganzen grossen Gemüsegarten nicht auch nur ein einziger Kürbis zu finden war !
Und deswegen - denn australische Kürbisse sind die grössten, schönsten und besten Kürbisse der Welt -, liess Yanez sofort aus dem Lande von Oz ein paar Kürbis-Saatkerne einfliegen, und - Wham !!! Da hatte er sogleich die grössten Kürbisse, die die Menschheit je erblickt hatte. Kürbis-Fan Nicole war ganz entzückt, und sie tanzte einen ganzen Abend lang mit ihrem Kürbis-Prinz Yanez zusammen auf dem Strand (jedoch nur bis Schlag Mitternacht, als sie urplötzlich aus Yanez' Armen weg lief, und dabei verlor sie doch tatsächlich einen klitzekleinen, zierlichen Pumps aus Kristall...)
Verdeluna schwelgt in Erinnerungen an die opulenten Sonntagsessen, zusammen mit ihren Eltern und ihren Brüdern, immer in irgendeiner Trattoria auf dem Lande, im Sommer-Sonnenschein um einen grossen Tisch geschart, und sich den Bauch vollschlagend an einer scheinbar nicht ablassenden Folge von ausgezeichneten Gerichten. Und jedes Mal, wenn sie dann vom Tisch aufstand, weil sie spielen gehen wollte, bestand ihr Vater darauf, dass sie erstmal eine grosse liebevolle Umarmung von ihm bekam...
Heutzutage schauen sich die Leute noch nicht 'mal mehr an, meint Verdeluna. Sie grüssen sich nicht, sie sprechen nicht miteinander, noch nicht 'mal, wenn sie zusammengepfercht im Lift stehen. Auf Mompracem gibt's zwar keine Lifte, aber auch dort verändert sich das Zusammenleben... Gleich ab morgen will Verdeluna der ersten Person, der sie begegnet, direkt in die Augen sehen, und sie höflich grüssen. Vielleicht denken die Leute zwar, dass sie verrückt ist, aber besser, als einzige Verrückte in einer normalen Welt zu leben, als andersrum...
Verdeluna hat einen köstlichen Auberginen-Auflauf zubereitet, der ist in ihrer ganzen Nachbarschaft berühmt. Der Duft des gebackenen Gerichtes ist absolut göttlich, und deshalb wird sie ihn jetzt gleich in den Ofen schieben, nur für sie beide allein, nur für Sandokan...
Rai-Zusammenfassung:
- Der Rai-Radiosender veröffentlichte für heute, 23. November, die Zusammenfassung der bereits am 23. Oktober 2007 gesendeten Folge #32: "Quallen".


#54 - 22. November 2007

Dieses Mal ist Verdeluna zu spät 'dran. Sie war draussen auf dem Balkon, und sie wurde dort beinahe von einem überaus heftigen Hagelschauer erwischt. Auch Sandokan war schon 'mal in einem solcher Hagelstürme mittendrin, gerade nachdem er das Bootsrennen von Labuan gewonnen hatte. Das Wetter schlug ganz plötzlich um, und seine Galeone war völlig bedeckt mit grossen Hagelkörnern. Yanez sammelte alle Körner sorgfältig ein und nahm sie mit zu seinem Kiosk. An jenem Abend feierten sie Sandokans Sieg mit super-kühlen Rum-Mojito-Cocktails !
Gestern abend setzte sich Patrizia neben ihre Mutter Verdeluna, und dann zappte sie wahllos und nervös durch alle TV-Kanäle. Dann machte sie den Fernseher aus, und sie beide sassen dann einfach nur zusammen, still, ohne ein Wort. Verdeluna kennt ihre Tochter gut genug um zu wissen, dass dies bedeutete, dass Patrizia ihr etwas sehr Wichtiges sagen wollte, aber erstmal nicht den Mut aufbringen konnte, es einfach rundheraus zu sagen. "Genau wie Marianna !" meint Sandokan, sie druckste immer stundenlang herum und hinderte mich immer an dem, was ich selbst gerade machte.
Ja, nun also - Patrizia sagte schliesslich, dass sie und ihr Freund, der DJ, haben hmnnnnnnmgh... - Was ? - Sie haben angefangen zu mnwmwmmvnm.... - Was sagst Du ? - Öhhhhhh, hüstelhmmmm. Sie haben angefangen, miteinander Sex zu haben ! Genau das waren ihre Worte !
Aber nicht nur das, der DJ hat Patrizia darum gebeten, nun mit der Einnahme der Pille anzufangen. Und das findet Verdeluna völlig OK, so lange wie es die persönliche Entscheidung ihrer Tochter ist, nicht unter dem Einfluss irgendeines DJ oder irgendeines anderen Mannes genommen !
Sandokan ist ganz begeistert von dieser Nachricht und bietet an, zur Feier des Tages eine Flasche von Yanez' bestem Champagner knallen zu lassen. Dies ist sowieso schon eine tolle Nachricht, aber es ist sogar noch ein besseres Zeichen, dass Patrizia sich ihrer Mutter anvertraut hat. Sie muss tatsächlich ein wirklich smartes Girl sein !
Als ob es erst gestern gewesen wäre - da war sie noch mein kleines Mädchen. Und heute schon ist sie mein kleines Mädchen ganz bestimmt nicht mehr.
Und es scheint auch mir, als ob es erst gestern gewesen wäre, als ich dich traf, Verdeluna. Mit dir wird immer jedes Mal zum ersten Mal. - Ohhhh, ihr Männer ! Ihr seid immer so harmonisch, immer so fähig, ein ganzes Bündel widersprüchlicher Gefühle fest zu vereinen. Bei uns Frauen dagegen, nun, da ist es immer eine richtige Katastrophe. Wir befinden uns eigentlich immer gefühlsmässig in Aufruhr...
- Aber das ist doch ziemlich normal, Verdeluna. Es hängt alles mit Hormonen zusammen. Ihr Frauen müsst jedes Mal aufs Neue den Zyklus bezwingen. Und Verdeluna meistert jenes kleine Problem im Fitnessstudio. Einen wohlgezielten Kick genau auf den Kopf ihrer Freundin Olivia plaziert, und sie fühlt sich wieder sehr ausgewogen und wieder im Gleichklang mit ihrer Umwelt. Jodelahühüü !
Gestern fuhr Verdeluna zum Fitnessstudio zum ersten Mal mit dem Bus, nach dem Ableben ihres alten Fiat 131. Die Erfahrung machte ihr Spass. Sandokan benutzt gern und oft die Spielzeug-Eisenbahn, die auf Mompracem herumfährt, er will dann dabei immer rufen: "Zur Aaaaattacke !!!", ansonsten nimmt er auch oft eine von Yanez' umgebauten Fähren, aus ausgedienten Galeonen gebastelt.
Komm' einfach mit mir, Verdeluna, zur Haltestelle der Linie 24. Es gibt dort eine Sonderfahrt mit einer Galeone, jedoch nur ein einziges Mal im Jahr, die wird uns schnurstracks in den Weltraum bringen... Und es gibt dabei so gut wie nie einen Fahrkahrtenkontrolleur...
Rai-Zusammenfassung:
- "Die Pille" - Patrizia fragt ihre Mutter um Rat wegen der Einnahme der Pille. Verdeluna reist per Bus, Sandokan per Galeonen-Fähren.
- "Pillola" - Patrizia chiede consigli alla mamma sull'uso della pillola. Verdeluna viaggia sugli autobus, Sandokan sui galeoni-traghetti.


#53 - 21. November 2007

Hier kommt Nacht-Chatter Sandokan, Jägermeister des Thunfisches und anderer überaus leckerer Meerestiere - heute ist er sogar 'mal sehr pünktlich. Aber, ups, er ist nicht willkommen. Es wäre sogar durchaus ratsam sich lieber sofort zu verdünnisieren. Pah, nur weil er sich selbst pompös Sandokan nennt, sollte deshalb eine jede Frau ihm zu Füssen liegen ?
- Ich nenne mich selbst nicht Sandokan. Ich BIN Sandokan. Und ich mag dumme Spielchen garnicht.
- Ach ja ?!? Ach wirklich, wer sonst spielt denn hier dumme Spielchen ? Wer bist du denn eigentlich, du, der sich Pirat nennt, und angeblich wohnt auf der noch nicht 'mal auf dem Globus verzeichneten Insel... "Mompracem" ???
- Jetzt reicht's aber wirklich ! Verdeluna, niemand hat dich je gezwungen mit mir zu chatten, wenn du das garnicht willst ! Du kannst ja gerne wirklich jederzeit diese dir scheinbar so lästige Unterhaltung abbrechen !
- Du willst, dass ICH den Chat abbreche ? Glaubst du denn wirklich, dass das so einfach für mich ist ? Ich arbeite den ganzen Tag lang, und ich muss obendrein mein havariertes Liebesleben wieder auf Vordermann bringen. Ich verlange von dir, dass du ehrlich zu mir bist !
- Klar, genauso, wie auch DU ehrlich zu mir sein solltest ! Auch du könntest in Wirklichkeit irgendeine x-beliebige Chatterin sein. Wie soll ich denn wissen, wer du zu sein vorgibst ? Bist du denn wirklich eine Mutter zweier Kinder ? Arbeitest du tatsächlich in einem Geschäft ? Bist du echt geschieden ? Ich habe schon viele ziemlich unglaubliche Geschichten über Leute in Chatrooms gehört und aufgetischt bekommen !
- Und warum sollte ich sowas tun ?
- HALT' JETZT DEN MUND ! Du kakelst und gackerst ja genau wie ein Huhn !
- Tock tock tock tooooooooock !!!
- HALT' JETZT DEN MUND !!!
- Ich bin so still wie ein Grab bei Nacht.
Und so streiten sie sich dauernd weiter, bis Sandokan versucht etwas versöhnlicher mit Verdeluna umzugehen... Nun ja, OK. Sie hatte einen scheusslichen Tag, soviel steht fest. Erst traf sie unvorbereitet auf den Turbo-Trottel, im örtlichen Supermarkt. Haben sie sich zwischen den Waschmitteln gestritten ? Nöööö. Viel schlimmer. Hinter einer Palette mit kunstvoll aufgestapelten Tomaten in Dosen lauernd, sah Verdeluna, dass der Turbo-Trottel allein war. Weit und breit keine Vanessa Paradiso zu entdecken. Und dann sah Renato sie plötzlich, und er überhäufte sie geradezu mit Komplimenten. Seinen immer angeknipsten Macho-Charme spielen lassend, versuchte er sogar, sich mit ihr zu verabreden ! Man stelle sich vor ! Wie oberscheusslich ! Verdeluna ist fest davon überzeugt, dass er beim Routine-Balzen nicht eine Sekunde lang bemerkt hat, dass er da im Supermarkt seine eigene Ex-Frau umzirzt !
Und dann war da auch noch Walter, der Priester. Der hatte eine Stunde lang vergeblich beim Geschäft gewartet, nachdem er eine Nachricht auf ihrem Handy hinterlassen hatte. Verdeluna hatte geantwortet "OK" - aber wo blieb sie denn dann ??? Nun ja, das "OK" war eigentlich bestimmt gewesen für Olivia, die sich im Fitnessstudio mit ihr treffen wollte. Da hat Verdeluna also einen Fehler gemacht. Aber wer macht denn keine Fehler ?
Und dann hat sie natürlich zerknirscht feststellen müssen, dass sie ihr Handy im Supermarkt liegen gelassen hat. Nach der Arbeit ging sie nochmal hin, nahm es wieder in Empfang und... es gab eine neue Nachricht auf dem Handy...
- "Ich bin's," stand darin. "Lass' uns miteinander ein Treffen verabreden auf dem Matrosenplatz um acht. Unter dem Seefahrer." Und deshalb ging sie hin, und dachte natürlich wegen all dieser maritimen Ausdrücke, es könnte sich nur um einen gewissen Herrn S., von Beruf diplomierter ehrenwerter Pirat, handeln...
Aufgeregt war sie schon zwanzig Minuten zu früh dort, und sie wartete dann bis Viertel nach Acht. Männer in allen denkbaren Ausführungen spazierten beim Seefahrer vorbei, und die arme Verdeluna quälte sich mit Vorstellungen, Hoffnungen und Befürchtungen, wer unter ihnen denn nun der geheimnisvolle Pirat sein könnte... Der nette alte Drogist, der ihr immer Rabatt gab ? Sogar Tarzan, der Automechaniker, kam vorbei. Er lächelte sie an, und ging dann weiter. Dann war da noch Patrizia's Mathe-Lehrer, der verursachte bei Verdeluna ziemlich flaue Gefühle in diversen Körpergegenden bei dem Gedanken, dass ausgerechnet er vielleicht Mister S. sein könnte... (Nun, in jenem Fall wäre sie ganz bestimmt sofort zum nächsten Kloster gerannt).
Am Ende war jedoch niemand zur Verabredung erschienen. Und Verdeluna ging nach Hause, am Boden zerstört, erniedrigt, und stinksauer auf ihren treulosen Piraten...
Aber der Pirat leugnet jegliches Wissen ab. Die Nachricht war garnicht von ihm.
Klarer Freispruch, Euer Ehren !
Ich würde niemals etwas tun, was eventuell zur Folge hätte, dass ich dich verliere, Verdeluna. Du bist mir viel zu wichtig geworden.
Mmmmmm... Wirklich...? Dann zeig' mir das 'mal !
Lass' uns einander genug sein, und die Welt um uns herum vergessen, Verdeluna, genau so wie wir jeden Abend einander genug sind und aneinander Halt finden, uns zusammen spüren. Komm' an Bord, Verdeluna, und dann wird es für immer so sein. Oooh Sandokan, ich kann mir einfach nicht helfen, aber ich glaube dir wirklich, meine Gefühle für dich sind viel stärker als ich selbst...
Halt' mich ganz fest, Sandokan...
Rai-Zusammenfassung:
- "Identität" - Verdeluna bekommt eine anonyme Nachricht, die sie zu einer Verabredung einlädt. Sie denkt, es ist Sandokan...
- "Identità" - Verdeluna riceve un messaggio anonimo che la invita ad un appuntamento. Lei pensa sia Sandokan...


#52 - 20. November 2007

Na, Herr Sandokan, was haben wir heute denn für einen Grund, viel zu spät zum Chat mit Verdeluna anzuloggen ? Sandokan hat einen ganzen Schwarm von Rochen beobachtet, bequem von seinem Liegestuhl aus, ab und zu genüsslich an einem exquisiten Yanez-Kaffee nippend. Der Zauber der elektrischen Entladungen der Rochen ist wie der Zauber eines Kusses... Wie Gustav Klimts "Der Kuss," meint Verdeluna...
Schliess' deine Augen und fühle, wie meine Finger dein Gesicht zärtlich streicheln, während du mit deinen nackten Füssen in einem Bett von Blumen stehst...
Wie viele verschiedene Küsse gibt es wohl, Sandokan ?
- Lass' mich 'mal überlegen... Es gibt den Piratenkuss, aber auch den des Rhinozeros, Horn an Horn, oder den der Gazelle, Seite an Seite, den Kuss des Löwen, so tief-erschütternd wie sein Brüllen, und den der Zibetkatze, und den des Napoleonfisches, der dauert natürlich so lange wie Napoleons russischer Feldzug...
Aber was ist denn nun mit Küssen der Liebe, Küssen zwischen Mann und Frau ? Tja, mhm, es gibt da also zum Beispiel den Vom-Winde-Verweht-Kuss, und ehrlich gesagt, meine Liebe, das ist mir schnurzegal. Und dann gibt's Doktor Schiwago's Kuss mit seiner Lara. Oder es gibt zum Beispiel auch den 9½-Wochen-Kuss, für den muss man extra Eiswürfel auf strategischen Stellen seines Körpers verteilen, aber ich glaub' einfach nicht, dass es das wert ist...
Jetzt hör' aber auf ! Ich meine doch keine Filmküsse !
Na ja, OK... Mhm, also der allererste Kuss zwischen zwei Liebenden. Der Abschiedskuss draussen vor der Tür. Oder draussen vor einem Restaurant. Ein Silvesterkuss, voll Verheissen. Oder ein Kuss in einem Motel, oder auf einem kleinen Platz in Paris. Oder der Kuss direkt vor dem Liebesspiel, der an den Himmel und obendrein an die Sterne appelliert, uns leidenschaftlich durch die Nacht zu begleiten.
Lass' mal hören, wieviele Kussarten kennst denn du ?!
Also, ich mag den Kuss des Piraten noch immer am allerliebsten, voller Liebe und Leidenschaft...
Verdeluna sah neulich Patrizia ihren Freund, den DJ, küssen. Aaaah - das hat ihr schliesslich sehr deutlich vor Augen geführt, dass ihr kleines Mädchen nun wirklich zu einer Frau herangereift ist...
Sie ist nun richtig erwachsen, und sie war bestimmt in all ihren früheren Leben eine erfahrene Frau, sagt Sandokan. Er ist der Meinung, dass Reinkarnation zwar nicht nach jedermanns Geschmack ist, aber klar, für einige Leute gibt's das durchaus. Vielleicht war ja er selbst ein Kapitän auf einem grossen Schiff in einem früheren Leben, oder nur ein einfacher Fischer... Aber er war ganz bestimmt etwas, was mit der See zu tun hatte. Ein jedes Mal, wenn er auf die See hinaus schaut, meint er, sie hat schon seit Urzeiten zu ihm gehört... Könnte es sein, dass er früher ein Fisch war ? - Tja, vielleicht, wer weiss, ein grosser und majestätischer Schwertfisch...
Verdeluna meint, es wäre für sie sehr schwer zu glauben, dass sie jemals in einem anderen Zeitalter als dem heutigen gelebt hätte. Zumindest in Europa gibt es keinen Krieg, keinen Hunger, keine Epidemien. In einem anderen Zeitalter zu leben, würde bedeuten, dass all das aufgegeben werden müsste... Sie möchte am liebsten wiedergeboren werden als ein schmackhafter Pesce Luna, ein Mondfisch !
Rai-Zusammenfassung:
- "Der Kuss" - Sandokan und Verdeluna unterscheiden zwischen Küssen aller Art (zwischen Tieren, im Kino, zwischen Menschen), und sie erzählt, dass sie gesehen hat, wie ihre Tochter ihren Verlobten, den Diskjockey, küsste.
- "Il bacio" - Sandokan e Verdeluna discettano di baci di tutti i tipi (fra gli animali, nel cinema, fra esseri umani) e lei racconta di aver visto sua figlia baciare il suo fidanzato dj.


#51 - 19. November 2007

Oh Lord, won't you buy me... Verdeluna sucht verzweifelt händeringend ein neues Auto, sogar ein gebrauchter fahrbarer Untersatz wäre fantastisch, schon 'mal vielen Dank im voraus !
Verbinden... Verbinden...
Aber Pirat Sandokan hat so gut wie keinerlei Ahnung, wenn es um diese neumodische Errungenschaft genannt Auto geht. Nun ja, vielleicht könnte sich Verdeluna sein Segelschiff für ein paar Tage ausborgen ? Ihr alter, treuer, heissgeliebter Fiat 131 fährt jetzt für immer im Kreis auf Wolke 7 im Autohimmel, jedenfalls, wenn es das ist, was Autos machen, wenn ihre Zeit auf Erden gekommen ist. Verdeluna war gerade auf dem Weg zur Arbeit, als das geliebte Turbomobil seinen motorischen Geist definitiv aufgab, während Verdeluna an einer Ampel gerade darauf wartete, dass es endlich grün wurde. Und sie wurde prompt begossen mit einem unablässigen Hagelschauer von leidenschaftlichen Beschimpfungen der steuernden Insassen von den hinter ihr wartenden Autos.
Aber es gab mit dem 131er auch einen letzten seeeeehr erfreulichen Augenblick... Hinter ihr hielt ein geradezu verboten gut aussehender Automonteur... Hey, warte mal, war nicht dein Turbo-Trottel auch ein Automechaniker ??? Quatsch, was hat denn das damit zu tun ! Der schöne junge Mann lud den kranken 131er kurzerhand auf seinen Anhänger und nahm Fahrerin und Auto mit zu seiner Werkstatt.
Ha ! Sandokan lässt sich aber auf keinen Fall ins gesprächliche Abseits drängen. Denn auch ihm ist 'mal etwas ähnliches passiert: Ihm brach ein Mast auf seinem Segelschiff, und er wurde in Sicherheit gebracht von einem Perlenfischer-Boot mit dem Namen "Schweigen" - mit, jawoll, einer geradezu exquisiten Mannschaft an Bord, die ausschliesslich aus appetitlichen, gutaussehenden Damen bestand.
Halt' jetzt endlich 'mal deine Waffel, Sandokan, sei still, und lass' mich zu Ende erzählen. Also, wo war ich gerade ? Der gutaussehende Monteur stieg aus dem Auto, und sie befanden sich nun in, tja, nicht gerade in einer als normal zu bezeichnenden Autowerkstatt. Es war vielmehr eine Art tropischer Park (Ah ! Ein Werkstatt-Park ! Davon gibts unzählige hier auf Mompracem !) Nun ja, der Fiat war leider nicht mehr zu reparieren, sogar der tropische Halbgott mit vielerprobtem Schraubenschlüssel konnte nichts mehr ausrichten. Aber - siehe da ! Es gab Palmen in diesem exotischen Garten, Bananen, sogar Affen und... Dinosaurier !!! Aus alten Autowracks hergestellt !!! Vom tarzanischen Schönling höchstpersönlich !!! Ein T. Rex, ein Bronto, und sogar ein - Flyosaurus !!! Und so tröstet es doch ungemein, dass der gute alte Fiat 131 als ein modernes Kunstwerk enden wird - oder sollte man lieber sagen, ein prehistorisches Kunstwerk ?
Sandokan legt Verdeluna ans Herz, ihre innere kindliche Seite auszuleben, voller Verwunderung und Begeisterung - aber in der Realität verankert durch das im Leben erfahrene Wissen des Erwachsenseins und des Verantwortungsgefühls. Es gibt nicht so etwas wie eine verkehrte Entscheidung. Was wirklich zählt, ist deinem Herzen folgen... Stimmt, es gibt da eine Entscheidung, auf die ist Verdeluna besonders stolz, und die würde sie wirklich niemals bereuen: dass sie nun jede Nacht mit Sandokan chattet ! Und was wäre, wenn sie sich dazu entschliessen würde, jetzt sofort nach Mompracem zu kommen, was würde sie wohl dort erwarten ?
Ein Pink Floyd Konzert !
Yanez hat Roger Waters und David Gilmour dazu überredet, zum festlichen Anlass der Eröffnung seiner Sushi Bar aufzutreten, sie wurde im Gedenken an Syd Barrett auf Mompracem errichtet. Syd lebte schon ewig lange auf Mompracem, schon seit er die Band verlassen hatte, und hatte seinen Guru in Yanez gefunden. Leider erlag er schliesslich der Zuckerkrankheit, die er bekommen hatte wegen seiner leidenschaftlichen Liebe für Süssigkeiten... Nick Mason und Richard Wright werden ebenfalls zum Auftritt erwartet, ein ganz grosser Knaller, von Yanez organisiert !
Oh, halt' mich ganz fest, Sandokan, halt' mich ganz fest, wenn David virtuos auf seiner Gitarre klimpert...
Rai-Zusammenfassung:
- "131 Glücksmomente" - Verdelunas 131er hat den Geist aufgegeben, und sie wurde von einem Automechaniker gerettet, der so schön wie Tarzan war, und Dinosaurier aus Autowracks herstellt. Sandokan erzählt von Pink Floyd auf Mompracem.
- "131 momenti felici" - La 131 di Verdeluna ha tirato le cuoia e lei è stata salvata da un meccanico bello come Tarzan, che costruisce dinosauri con i rottami delle auto. Sandokan racconta dei Pink Floyd a Mompracem.


#50 - 16. November 2007

Ich liebe die Nacht, wie jeder ehrenwerte Pirat... Verbinden... Verbinden... Warten... So, wie ich sehnsüchtig auf den Wind warte, wenn ich aus dem Hafen segeln will...
Sandokan hat Yanez bei der schweren Arbeit geholfen, dessen Kiosk mit neuen Säcken voller Kaffeebohnen zu bevorraten, aber der Gedanke an das exquisite Kaffeearoma schien die Säcke so leicht wie Federn werden zu lassen.
Apropos Federn, Verdeluna folgte einer Feder im Wind, zusammen mit ihrer kickboxenden Jodel-Freundin Olivia. Es fing alles wie ein leichtes Spiel an, aber wurde dann schnell ein ziemlich ernsthaftes Vornehmen. Und so verfolgten sie die kleine Feder 'mal hierhin und 'mal dorthin, ihre Köpfe immer dem Himmel entgegengestreckt, die Sterne zählend, bis die Feder schliesslich zum Hafen hin wehte. Und dort schauten sie intensiv der kleinen Feder über dem Wasser nach, wie sie höher und höher wehte, und auch immer weiter weg, übers Meer. "Auf Wiedersehen," sagte Olivia, die Südtirolerin. "Auf Wiedersehen," sagte auch Verdeluna. Porzellana ! Schreck, lass' nach ! Wir sind fast dabei ins Wasser gefallen, nicht wahr ?
Und dann starrten sie einfach nur so in die Ferne, und ihre Stimmung wurde ziemlich niedergeschlagen, bis Olivia ankündigte, dass sie nach Hause gehen würde um einen Zucchini-Strudel zu machen. Und würde sie ihn dann auch ganz alleine aufessen ? - Nein ! Morgen werde ich dir die Hälfte in dein Geschäft bringen ! Eine sehr praktisch veranlagte Dame, meint Sandokan. Wenn sie Hamlet gekannt hätte, wäre es eine Entscheidung gewesen von Strudeln oder Nicht Strudeln...
Sandokan erklärt Verdeluna den Tag des Lichts, einem Festtag auf Mompracem, an dem die Fischer Gegenstände aller Art am Strand an die Uferlinie setzen. Diese Dinge repräsentieren verpasste Chancen im Leben. Wenn am nächsten Tag die See einige der Sachen weggeschwemmt hat, bedeutet das, das sich bald eine neue gute Gelegenheit im Leben ergeben wird.
Ernest Hemingway setzte einen Schwertfisch, der absichtlich ganz aus Zucker hergestellt war, ganz nahe an den Wellen in den Sand, als Symbol für jenen Tag, an dem er in einem altersschwachen Kahn zum Fischen in See gestochen war, nachdem er von Yanez' exquisitem Kaffee gekostet hatte !
Als er von seiner Hochsee-Angeltour nach drei Tagen und drei Nächten wieder zurückkehrte, führte Ernest das grösste Exemplar eines prachtvollen Schwertfisches mit sich, was die Welt je gesehen hatte... der Fang war jedoch so enorm gross und schwer gewesen, dass er den Fisch an der Seite seines Bootes festgezurrt hatte, und der Schwertfisch war inzwischen ratzeputz von den Haien verspeist. Hemingway ging zu seiner Hütte, und er liess sich eine ganze Woche lang nicht blicken, bis - das Aroma von Yanez' Kaffee ihn wieder unter die Lebenden zurück lockte...
Und ein anderer Fischer liess am Strand eine hölzerne Giraffe zurück, sie war das Symbol für sein unstillbares Verlangen nach einer elegant-hälsigen und gazellenhaften Ukulele-Spielerin, die 'mal die Insel Mompracem besucht hatte...
Verdeluna hat 'mal einen Safaripark in Fasano zusammen mit dem Turbo-Trottel und ihren Kindern besucht. Als eine Giraffe plötzlich anfing, die Windschutzscheibe ihres Autos abzuschlecken, kam Renato auf die brilliante Idee, einfach zu hupen, um sie zu verscheuchen. Das hatte jedoch zur Folge, dass ein völlig verschreckter Elefant sich entschloss, sein dickes Hinterteil auf der Motorhaube des Turbomobils zu parken, und der Turbo-Trottel machte erneut seinem Spitznamen alle Ehre; alle lebenswichtigen Safari-Verhaltens-Warnungen in den Wind schlagend, stieg er kurzerhand aus, um sich den Schaden an seiner geliebten Blechkiste anzusehen. Innerhalb von Sekunden war er von einer grossen Herde aufgeregt schnatternder Affen umzingelt, sie zogen ihn in Windeseile bis auf seine Unterwäsche aus...
Eine kleine zarte Feder hat sich gerade auf meinem Computer niedergelassen, Verdeluna, die Feder, die Olivia und du bis zur See begleiteten. Ich werde sie bewahren, und ich werde sie an die Flutlinie legen, am Tag des Lichts...
Rai-Zusammenfassung:
- "Der Tag des Lichts" - Verdeluna und Olivia jagen einer Feder nach bis hin zur See. Sandokan erzählt von den Feiern zum "Tag des Lichts" auf Mompracem, Verdeluna berichtet von einem Ausflug zum Safaripark in Fasano [Anm.: Küstenort südlich von Bari, Provinz Puglia].
- "Il Giorno della luce" - Verdeluna e Olivia inseguono una piuma fino al mare. Sandokan racconta la festa del "giorno della luce" a Mompracem, Verdeluna la gita allo zoo safari di Fasano.


#49 - 15. November 2007

Verdeluna müht sich damit ab, ein Ikea-Bücherregal zusammenzubauen, während Sandokan draussen vor der Küste von Mompracem zwischen Korallenbänken schnorchelt. Verdeluna liebt Halsketten aus Korallen, insbesondere jene, die sie von ihrer Oma Benedetta bekommen hat, zusammen mit einem Glas selbstgemachter, köstlicher, eiskalter Limonade. Und Sandokan erinnert sich immer wieder gern an ein ganz bestimmtes italienisches Renaissance-Ölbild von Piero Della Francesca, es stellt die Madonna mit dem Kinde dar, der kleine Jesus trägt darauf eine Halskette aus vielen kostbaren Korallen [Anm.: wahrscheinlich Piero della Francesca's Madonna di Senigallia, zirka 1474]. Wie kommt es denn, dass Pirat Sandokan so gut über italienische Kunst informiert ist ? Durch einen Kunstkalender, den Yanez mitgebracht hat, natürlich !
Und das bringt uns wieder zurück zum Ikea-Bücherregal.
Yanez hatte 'mal bei Ikea angefragt, ob sie sich für den Vertrieb seiner selbstentworfenen Flatpack, Do-It-Yourself Galeonen interessieren, aber sie konnten keine einzige Ikea-Geschäftsstelle finden, die gross genug war für Yanez' Segelschiffe in Kartons. Und nun sucht Verdeluna ziemlich verzweifelt nach der Bauanleitung, die ihren neuen Möbeln beigefügt war...
Sandokan, hiiiiiiiilf mir... !
In solchen Fällen gibt's wirklich nur eins: Zur Aaaaattacke !!!
Und dann, nach einer erneuten romantischen Flirterei zwischen den hellen Sternen der dunklen Nacht, stellt Sandokan die wichtige Frage, die ihn am meisten interessiert: was hat denn Verdeluna um Himmels willen mit ihrem neuen Bücherregal vor ? Nun, sie ist gerade dabei, ihr trautes Heim komplett auf den Kopf zu stellen, und renoviert ausnahmslos alle Zimmer. War es denn nicht schon genug Stress, endlich den Turbo-Trottel loszuwerden ? Man sagt doch, dass gleich an zweiter Stelle nach dem Trauma einer Scheidung das Reno.. Rinozero.. Renovieren eines Hauses das stressigste ist, was man nur machen kann !
- Verdeluna hat ein paar alte krakemickrige Möbelstücke auf und in ihren treuen Fiat 131 getürmt und ist damit zur örtlichen Mülldeponie gefahren um sie dort loszuwerden. Aber ehe sie überhaupt auf das Terrain fahren konnte, umzingelten fünf Jugendliche ihr Auto, öffneten einfach die Autotüren, und zerrten den ganzen Abfall aus dem Auto heraus. Während Verdeluna einen ängstlichen Schrei ausstiess, fuhren sie schnell in einem alten Lieferwagen weg, mit ihren abgedankten Sachen obendrauf...!
Sandokan ist ausser sich vor Wut.
Amateurpiraten !
Es sind genau diese selbsternannten Überfall-Experten, dilettantische Raubritter-Elemente, die unseren ehrenwerten Piratenberuf in grossen Verruf bringen. Und überhaupt, das ist genau das Problem mit euren Städten, ihr tut so, als ob die Probleme garnicht vorhanden sind, anstatt ihnen mutig die Stirn zu bieten. So, und wie sähe denn dann Sandokans Problemlösung aus ? - Oma Benedettas Limonade, gratis für alle !
Rai-Zusammenfassung:
- "Die Koralle" - Sandokan schnorchelt entlang des Korallenriffs, Verdeluna erzählt von einer Korallenkette, die ihre Grossmutter Benedetta ihr als Geschenk gegeben hatte. Verdeluna möchte ihre Wohnung neu einrichten, und sie hat mit einem Selbstbau-Bücherregal zu kämpfen, das höchst kompliziert zusammenzubauen ist.
- "Il corallo" - Sandokan fa snorkeling lungo la barriera corallina, Verdeluna ricorda di una collana di corallo che le aveva regalato nonna Benedetta. Verdeluna vorrebbe ristrutturare la casa e sta litigando con una libreria componibile complicatissima da montare.


#48 - 14. November 2007

Verdeluna hat zuhause sehr mit einem dauernd tropfenden Wasserhahn zu kämpfen, aber es ist ja klar, wenn man einen Installateur dringend braucht, löten und schrauben sie alle gerade anderweitig. Sandokan berichtet daraufhin, dass Yanez ein Experte unter seinen Zunftgenossen des Klempner-Handwerks ist. Er hat sogar 'mal den einzigen öffentlichen Trinkbrunnen auf Mompracem repariert, der tropfte nämlich genau einmal in jeder Minute mit solch einem weithin hörbaren dumpfen Aufschlag, dass ganz Mompracem nachts kein einziges Auge zutun konnte.
Da musste also unbedingt Sandokans bester Freund, der portugiesische Klempner mit der unentbehrlichen Kneifzange her - und Yanez mühte sich eine ganze Woche lang mit dem vermaledeiten Wasserhahn ab - aber das nutzte leider alles nix. Und dann - eines Tages hörten alle plötzlich ein lautes Getöse aus dem Brunnenschacht, die Erde bebte, und sie hörten dann Yanez ganz fürchterlich schmutzig fluchen.
Und dann: nichts, Stille ! Die Mompratschheimer hielten den Atem an und fingen an zu zählen... 50 Sekunden... 58... 59... 60... 61... 62... nichts, Stille ! Aber innerhalb nur weniger Minuten fielen praktisch alle Einwohner der ganzen Insel, völlig erschöpft, endlich in einen tiefen gesunden Schlaf !
Aber - wie hat Yanez, der professionelle Tropfenfänger, denn das bloss hingekriegt ? Nun, nachdem er praktisch eine Woche lang mit Schraubenschlüsseln, Schraubenziehern, Fäusten und Stiefeltritten vergeblich versucht hatte, das nervige Getropfe zu stoppen, gelang es ihm schliesslich, das Leck dicht zu stöpseln mit... einer Kaffeebohne.
Aber nun 'mal Spass beiseite, findet nicht auch Sandokan, dass die Wasservorräte der Erde zur Neige gehen ? Die Amerikaner scheinen deswegen besonders besorgt zu sein, aber eigentlich sind sie das ja immer...
Als sie noch ein kleines Mädchen war, ging Verdeluna mit ihrer Familie oft zu einer nahe gelegenen Höhle um dort Wasser aus einem Brunnen zu holen. Man nannte sie damals die Höhle der Geister, denn die ansässigen Schafhirten verbrachten dort immer die Nacht mit ihrer Herde, und am nächsten Morgen stellten sie immer wieder fest, dass ein paar der kleinen Lämmer nicht mehr da waren. Und deshalb erzählte man sich, dass die Geister der Höhle nicht nur vom Wasser allein lebten...
Hab' bitte keine Angst vor Geistern, meint Sandokan. Sie sind tatsächlich mitten unter uns, aber wir brauchen sie auch für das Gleichgewicht unseres Kosmos. Auch unser unerschrockener Seeräuber hat einen Geist an Bord seines Segelschiffes, der spielt ihm immer dumme Streiche, indem er zum Beispiel das Schiff rechtsumkehrt machen lässt, wenn es gerade direkt auf den Feind zusegelt, und zwar genau in jener Sekunde, wenn Anführer Sandokan aus Leibeskräften brüllt: Zur Aaaaattacke !!!
Aber bei einer anderen Gelegenheit bereitete der Geist dann Sandokan ein wirklich ausgezeichnetes Frühstück, mit einem Kaffee, ui, der hatte sich gewaschen ! Yanez' exquisiter Kaffee war dagegen das reinste Plör-Gebräu, und das will ja nun wirklich viel heissen...
Verdeluna ist fest davon überzeugt, dass der Geist gar kein Herrengespenst sondern ein typischer Girl-Geist ist ! Piraten von der Seeschlacht ablenken, und ihnen dann Kaffee machen, das sind doch eigentlich feminine Handlungsweisen, nicht wahr ? Was würde denn Verdeluna an Stelle des Girl-Geists machen ? Das ist doch klar; sie würde natürlich mit weiblicher Raffinesse dafür sorgen, dass Sandokan im Bett bleibt, und den Kaffee gäbe es vom Yanez !
Aber halt, warte 'mal... Verdeluna bemerkt bei sich plötzlich ein Gefühl von Frieden, Ruhe und Erleichterung... Und sogar der Wasserhahn in ihrem Bad hat aufgehört zu tropfen... Könnte es etwa sein, dass...?
Rai-Zusammenfassung:
- "Tropfenweise" - Sandokan erzählt, wie Yanez den öffentlichen Trinkbrunnen auf Mompracem repariert hat, der einen Tropfen Wasser pro Minute verlor, auch Verdelunas Wasserhahn tropft. Sie erzählen sich auch einige Geistergeschichten.
- "Goccia dopo goccia" - Sandokan racconta di come Yanez ha aggiustato la fontanella pubblica di Mompracem, che perdeva una goccia al minuto, anche il rubinetto di Verdeluna perde. Si raccontano storie di fantasmi.


#47 - 13. November 2007

Sandokan hat gerade die Kinder von Mompracem auf einer Kanufahrt begleitet, um ihnen beizubringen selbstständig und unabhängig zu sein. Wer war denn dann der kleine Leiter der Gruppe, der Anführer der kleinen Flotille ? Sandokan meint, es ist noch viel zu früh für die Kinder um gegeneinander zu konkurrieren, und sie sollten besser erstmal lernen Spass miteinander zu haben.
Aber wir leben nun mal in einer auf Wettbewerb beruhenden Gesellschaft, entgegnet Verdeluna. Schau' dich in unserer Welt doch 'mal um und sieh' doch nur, wie sich zum Beispiel die Verkehrsteilnehmer benehmen ! Egal, wohin sie wollen, sie wollen alle unbedingt als erste am Ziel ankommen. Und wenn ich bedenke, dass meine eigene Ziellinie im morgendlichen Stossverkehr Sir Hugo's Geschäft ist...
Verdeluna erzählt die Story von Debbie, einer Kalifornierin von italienischer Herkunft, die im Alter von 55 Jahren ihre grosse Liebe heiratete, nachdem sie die Hoffnung darauf eigentlich schon fast aufgegeben hatte. Pattie heisst ihre Lebenspartnerin, eine Schulllehrerin, die sie in einem Kochkurs zur Herstellung von Konditorei- und Backwaren kennengelernt hatte.
Das muss aber wirklich ein zuckersüsses Zusammentreffen gewesen sein, kommentiert Sandokan. Ach, es ist ja soooo langweilig, immer nur politisch korrekt sein zu müssen ! Aber - obwohl er so gern den verbalen Clown spielt, zeigt Sandokan sehr grossen Respekt vor zwei Menschen, die unbeirrt der Stimme ihres Herzens folgen ohne sich um gesellschaftliche Vorurteile oder Diskriminierung zu kümmern.
Eheschliessungen auf Mompracem finden jedoch ausschliesslich zwischen Mann und Frau statt, berichtet Sandokan. Und die Hochzeitsfeiern sind wirklich grossartig anzuschauen. Die Hände und Füsse der Braut werden kunstvoll mit Henna bemalt, der Bräutigam kommt auf einem geschmückten Pferd daher, und die Hochzeitsnacht des Paares spielt sich inmitten von tausenden wohlriechenden Düften aus dem Morgenland ab.
Nacht des Morgenlandes, Nacht der Liebe - oh, wie ich es liebe, von der Nacht umschmeichelt zu sein... Komm, lass' uns füreinander das Sahnehäubchen der Liebe sein, du wärest dann mein leckeres Traumtörtchen und ich wäre dein grosser saftiger Liebesknochen...[Anm.: im italienischen Originaltext ein kleines Wortspiel: baba au rhum; kleine sehr leckere doughnut-artig geformte Kuchen aus Hefeteig, reichlich getränkt in Rum, Schlagsahne, -- 'tschuldigung, muss jetzt leider sofort und unbedingt zum Bäcker...]
Rai-Zusammenfassung:
- "Was soll ich sagen..." - Verdeluna berichtet von der Lovestory zwischen Debbie, einer Frau italienischen Ursprungs, und Pattie, einer Schullehrerin, und von deren Hochzeit; Sandokan erzählt, wie Hochzeitszeremonien auf Mompracem stattfinden.
- "Dico che ?" - Verdeluna racconta la storia d'amore di Debbie, donna di origini italiane e Pattie, maestra e del loro matrimonio; Sandokan racconta come si svolgono i matrimoni a Mompracem.


#46 - 12. November 2007

Sandokan hätte doch fast den Chat heute abend mit Verdeluna verpasst, er war nämlich vor der Küste von Mompracem mit Yanez tauchen gegangen, und er wurde von der Strömung beinahe aufs offene Meer hinaus gespült. Verdeluna macht sich fürchterlich grosse Sorgen wegen der Gefahren, in die sich ihr Pirat immer wieder begibt - sehr zu Sandokans Entzücken. Auch er würde sich im umgekehrten Fall sehr um Verdeluna sorgen !
Verdelunas Bruder Walter, der Priester, hat einen neuen Trend in seiner Gemeinde gestartet: eines Abends ging er zu dem grossen Baum vor seiner Kirche und band eine Nachricht, die seine tiefsten Gefühle ausdrückte, an einen der Zweige des Baums. Noch in derselben Nacht tauchten am Baum mehrere andere Zettel mit Nachrichten auf, und die originelle Idee fand grossen Anklang. Und jetzt hat Walter seine Schwester Verdeluna gebeten, auch einen Beitrag für den Baum der Nachrichten beizusteuern, aber sie ist überzeugt davon, dass die einzigen Worte, die sie zu Papier bringen könnte, lauten würden: "Nieder mit dem Turbo-Trottel !!!"
Walters Nachricht hatte zum Inhalt, dass die menschliche Seele nicht in einem Bereich des Lebens glücklich sein und gedeihen kann, wenn sie sich in einem anderen Lebensbereich schlecht benimmt. Das Leben ist einzigartig, ganzheitlich, und unteilbar. Das ist ja eine Anschauungsweise von Gandhi, meint Sandokan erfreut und anerkennend.
Verdeluna ist verzweifelt ! Was soll sie denn nur schreiben, was tiefschürfend genug ist, um vor dem Urteil ihres Bruders Walter zu bestehen ? Schau dich doch um, Verdeluna, die Welt ist voller Zeichen, Signale und Botschaften, und nichts geschieht auf der Welt ohne einen Grund. Unsere Aufgabe ist es, diesen Grund verstehen zu lernen.
Verdeluna hat eine Schildkröte im Garten ihres Apartment-Hauses gefunden. Ist etwa auch das ein Zeichen ? Gewiss ! Älter als sogar die Zeit selbst, ist die Schildkröte eine Kreatur voller Geheimnisse. Ihre Oberseite ist rund wie der Himmel über uns, und ihre Unterseite ist flach wie die Erde, auf der wir stehen. Der Mensch ist unvollkommen, und die Natur ist sein ergänzendes Gegenstück.
Oh, wie sehr vermisst Verdeluna ihren Sohn Valerio, den Piraten der Moderne, der auf den sieben Weltmeeren zur See fährt, immer dorthin, wo ihn die Winde des Lebens hinführen ! Neulich lag sein Schiff vor Anker in Port Royal, Jamaica, einem viele Jahrhunderte lang gefürchteten und berüchtigten Seeräubernest. Kein einziger der Passagiere auf seinem Kreuzfahrtschiff konnte in jener Nacht an einen ruhigen Schlaf denken... Zur Aaaaattacke !!!
Könnte Sandokan denn vielleicht einen tiefsinnigen Gedanken für Walters Baum der Nachrichten in Worte fassen ? Nun ja, also gut: Das Wesen des Meeres ist nicht immer ruhig und gelassen; das gleiche gilt für das Meer des Lebens...
Rai-Zusammenfassung:
- "Die Zeichen" - Verdeluna hat die Absicht eine Nachricht zu schreiben um sie dann an einen Zweig ihres Bruder Walters Baum der Nachrichten zu binden. Zusammen mit Sandokan denkt sie nach über die vielen Zeichen und Signale der Natur, die sie lernen muss zu entziffern.
- "I segni" - Verdeluna è intenta a scrivere un messaggio da legare su un ramo dell'albero dei messaggi di suo fratello Walter. Insieme a Sandokan riflette sui tanti segni e messaggi delle natura, che bisogna imparare a decifrare.


#45 - 9. November 2007

Sandokan hat gerade grosse Scharen von Zugvögeln, die über Mompracem hinwegfliegen, beobachtet. Sie sahen aus wie tausende fliegende Engel, gegen den Hintergrund des sanften Mondlichts ! Sogar ein Pirat hätte nicht ihren Mut und ihre Entschlossenheit, mit der sie das Land ihrer Sehnsucht erreichen wollen, und am Leben bleiben, egal, wie. Auch nicht unser tapferer Pirat Sandokan ? Nun ja, das ist schon etwas anderes.
Zur Aaaaattacke !!!
Tantchen Assunta, die Schwester von Verdelunas Oma, wanderte im Alter von 15 Jahren nach Argentinien aus. Mitten im Atlantik wurde ihr Schiff von einem furchtbaren Sturm getroffen; sogar die stämmigsten Männer, gestandene Kerle unter ihnen, waren betend auf ihren Knien, und küssten verzweifelt die Rosenkränze ihrer Frauen. Als sie in Buenos Aires ankam, erwartete sie ihr Vater schon dort um sie zu begrüssen, und sie freute sich so sehr über das Wiedersehen, dass sie in Ohnmacht fiel. Man musste sie in eine Bar in der Nähe tragen. Als sie dann wieder zu sich kam, war sie umgeben von einer ganzen Gruppe von Männern, sehr zu ihrer grossen Verlegenheit. Ihre Familie hatte eine riesige Farm am Rande der Stadt. Die argentinische Regierung gab grosse Parzellen Land an Einwanderer, und die Italiener brachten damals ausgezeichnete landwirtschaftliche Fähigkeiten mit sich. Aber es war sehr schade, dass sie deswegen alle ihr Heimatland Italien verlassen mussten - Mhm, da ist sie schon wieder schuld: die verdammte Globus...Glühbir... Globalisation !
Die Einwanderer hatten auch einen ganz besonderen Plan: Sie wollten den Gemeindeplatz von San Lorenzo, ihrer Heimatstadt in Italien, an den sie sich so gern erinnerten, detailgetreu nachbauen - Kirche, Kneipe, Apotheke, Tabakwarengeschäft und alles andere auch ! Sie brauchten dafür ganze sieben Jahre, dann gab es ein kleines Fleckchen Italien in Argentinien. Und nachdem diese Mammutarbeit endlich abgeschlossen war, veranstalteten sie eine Riesenparty um das Ereignis gebührend zu feiern ! (Die wahre Geschichte der Menschheit wird von ganz gewöhnlichen Helden des Alltags geschrieben, die ihre Lebensträume beharrlich und unverzagt in die Tat umsetzen, genau wie hier, ist sich Sandokan sicher...)
Und dann... traf Assunta dabei ihren späteren Ehemann, Onkel Dante. Sie verliebten sich beide sofort heftig ineinander. Nach ziemlich kurzer Zeit war sich Onkel Dante seiner Herzenssache völlig sicher, und er beschloss kühn, er würde um Assuntas Hand anhalten - während sie beide gerade einen leidenschaftlichen Tango tanzen würden ! Es gab dabei jedoch ein kleines Problem: Onkel Dante hatte zwei linke Füsse, die ihn zu einem geradezu miserablen Tänzer machten - und er wollte sich doch nicht zum Gespött der Leute machen in diesem Land, das den Tango erfunden hatte... Und deshalb nahm er klammheimlich Tanzunterricht. Er beschloss, wenn Assunta irgendwann dahinter kommen würde und deswegen eifersüchtig werden würde, dann würde er ihr einfach erzählen, dass er ausschliesslich mit Partnerinnen getanzt hätte, die eine Maske trugen...
Und dann war er da, der grosse, entscheidende Abend... Eine Tanzdiele, eine Musikkapelle, der Mond, die See - und nach einer durchtanzten Nacht mit leidenschaftlichen argentinischen Tangos bis zum Abwinken, stellte Onkel Dante schliesslich an seine Herzallerliebste die Frage aller Fragen ! Sie waren das glücklichste Paar, was man sich denken konnte... Als sie nach sehr vielen Jahren in das heimatliche San Lorenzo in Italien zurückkehrten, kauften sie sich ein kleines Häuschen, umgeben von vielen Kastanienbäumen. Und an so manch einem schönen Abend legten sie eine Schallplatte mit Tangos auf dem Grammophon auf und tanzten bis in den Morgen, einander fest umschlungen haltend, so als ob es immer wieder aufs Neue jener allererste Tango der beiden jungen Verliebten war.
Und was, wenn ich Dich bitten würde, mit mir einen Tango zu tanzen ? Wir würden uns endlos drehen im Wirbel der Leidenschaft inmitten der Pampa...
Seufz, leider - es ist einfach zu schade, dass das alles nur erfunden ist, nur in der Fantasie des Internet-Chatters existiert... Aber nicht alles, Verdeluna, beileibe nicht alles...
Rai-Zusammenfassung:
-
"Buenos Aires" - Verdeluna erzählt davon, als ihre Tante Assunta nach Buenos Aires auswanderte, und sie Onkel Dante kennenlernte, und dann die Kirchen, als er sie heiratete, und sie zusammen Tango tanzten. Werden auch Sandokan und Verdeluna miteinander einen Tango beginnen ?
- "Buenos Aires" - Verdeluna racconta di quando zia Assunta emigrò a Buenos Aires e conobbe zio Dante, che le chiese di sposarla ballando il tango. Anche Sandokan e Verdeluna si lanciano in un tango?


#44 - 8. November 2007

Hallo, bist du da, oh du mein Freibeuter der himmlischen Wunder ? Klar, hier bin ich, wie immer. Letzte Nacht habe ich doch tatsächlich noch eine Flaschenpost an den Stränden von Mompracem gefunden. Ich möchte einen majestätischen Baum inmitten meines Zimmers pflanzen, so hiess es in der darin enthaltenen Nachricht, und mein Haus in ein grosses, stattliches Segelschiff verändern. Als Unterzeichnete grüsst: Verdeluna !
Aber auch Verdeluna hat eine Art Flaschenpost gefunden. Sie begleitete ihre junge Kollegin, die Sängerin Martina, zur Haltestelle der Buslinie Nr.59, die sie immer nimmt, um nach Hause zu kommen. Es regnete in Strömen. Und während sie sich beide umdrehten um nicht von einem durch eine Pfütze vorbeifahrenden Auto durchnässt zu werden, sah Verdeluna es plötzlich... ein altes Buch, es lag auf der Wartebank der Bushaltestelle. Erst wartete sie, bis Martina in den 59er Bus eingestiegen war, dann hob Verdeluna das Buch auf. Das Buch enthielt einen Zettel: "Lese mich, und lass' mich dann da liegen, wo du meinst, ein neuer Leser könnte mich dort finden." (Sandokan hat 'mal eine ähnliche Idee mit Herrn Feltrinelli diskutiert, als der Herausgeber auf Besuch auf Mompracem war, aber irgendwie wurde die brilliante Idee nie so richtig zum Bestseller...)
Bei dem Buch handelte es sich um "Der geheime Teilhaber", von Joseph Conrad - fast ein Kollege von mir, meint Sandokan dazu erfreut. Sandokan kennt die Story des Romans ziemlich gut, von dem anonymen Kapitän, der den geheimnisvollen Legatt vom beinahe sicheren Ertrinkungstod rettet, später dann jedoch herausfindet, dass eben dieser fremde Mann, der ihm, dem Kapitän, so verblüffend ähnlich sieht, tatsächlich einen Seemann getötet hat. Trotzdem, er versteckt den Flüchtling und bringt ihn in Sicherheit, unter grosser persönlicher Gefahr.
Würdest du mich denn in deinem Herzen verstecken, Sandokan, wenn ich ein fliehender Mensch wäre ? Wir sind zwei verwandte Seelen, dazu bestimmt, zusammen auf den Weltmeeren zu segeln, Flüchtlinge der Liebe, Kapitäne unserer Leidenschaften. Und, wo wirst denn du das Buch hinterlegen, wenn du es gelesen hast ? Im Supermarkt, vielleicht, oder im Kino, oder ich könnte es eventuell auch wieder an der Bushaltestelle zurück legen.
Verdeluna - auch sie - war vor vielen Jahren 'mal ein blinder Passagier. Nicht auf einem Schiff, aber in einem Hotel auf Sardinien, das war 1982, als Italien gerade die Fussball-Weltmeisterschaft gewonnen hatte. Verdeluna und ihre Freundin Francesca hatten damals ihr Zelt an der Costa Smeralda aufgeschlagen, in der Nähe des überaus eleganten Hotel Bristol, und sie wurden neugierig. Noch immer in ziemlich ausgelassener Stimmung nach dem grossen Fussball-Triumpf, redeten sie sich geschickt an der Rezeption vorbei und... WOW!!! Diese Betten !!! Diese Räume !!! Sie verbrachten eine ganze Woche damit, von einem freien Zimmer zum nächsten freien Zimmer zu ziehen, und kannten schnell alle Personal-Eingänge, und natürlich auch die Notausgänge... Verdeluna hatte noch nie so viel Spass in ihrem Leben wie damals, auch wenn sie heutzutage ihre Beteiligung an und ihr Wissen von diesem Ereignis gegenüber ihrer Tochter Patrizia einfach abstreiten würde...
Und sie haben euch wirklich nie entdeckt ? Wow, ihr seid echte Piraten gewesen !!!
Rai-Zusammenfassung:
- "Das Buch" - Verdeluna findet Conrads Buch Der geheime Teilhaber an der Bushaltestelle, und diskutiert mit Sandokan die Rolle des Agenten und des Kapitäns. Verdeluna erinnert sich daran, als sie heimlich eine Woche lang im Hotel Bristol auf Sardinien lebte.
- "Il libro" - Verdeluna trova il libro Il Compagno segreto di Conrad alla fermata dell'autobus, parla con Sandokan del ruolo del clandestino e del comandante. Verdeluna racconta di quando visse da clandestina all'Hotel Bristol in Sardegna per una settimana.


#43 - 7. November 2007

Verdeluna ? Hättest du Lust, heute abend zu mir zu kommen und mit mir zu spielen ? Das hängt doch sehr von dem Spiel ab, Sandokan. Nun, dann erzähl' mir 'mal deine Wünsche, und heute abend werde ich sie dir alle erfüllen !
Tja, du könntest damit anfangen, dass du das nagelneue Auto meines Ex vom Erdboden verschwinden lässt... Du solltest 'mal sehen, wie er es flott über die Strassen jagt um damit das Vannessa-chen zu beeindrucken - nein. Noch viel besser: verpass' dem Auto immer wieder einen neuen, tiefen Kratzer, entlang der ganzen Seite, und zwar jeden Morgen. Okay - und nachdem ich also das Trottelmobil verunstaltet habe, was möchtest du denn dann als nächstes ? Du hast zwei Wünsche frei, also darfst du dir noch einmal 'was wünschen. So sind immer die Regeln in dieser Art Spiel. Aber beeil' dich, es ist schon beinahe Morgen...
Oh - klar, jetzt weiss ich's !!! Ich möchte dich ! - Oder ist das viel zuviel gewünscht ? Ist es ein zu grosses Verlangen ? Verdeluna, es ist auch mein innigster Wunsch, mein ganz eigenes Verlangen. Warum setzen wir unseren gemeinsamen Wunsch nicht ganz einfach in die Tat um ? - Yanez und ich sind gerade in Italien !
Sandokan ! Wo bist du ?!? Ich bin am Strand von Positano, in der Nähe von Neapel, wo Yanez gebeten wurde, morgen offiziell einen Strandkiosk zu eröffnen...
Ohhhhh Sandokan,
sagmirdasdasnichtwahristsagmirdumachstnurspasssagmiresistallesnureindummesspiel...
Und wenn du mir genau das sagst, werde ich völlig ausser mir sein, ich werde mich so todunglücklich fühlen wie ein Kind, dem man sein Eis weggenommen hat, nein, seine Geburtstagstorte !
Hier liegt heute abend ein intensiver Duft von Espresso in der Luft... Yanez und der Kioskbesitzer nehmen Feinabstimmungen an ihrer Espressomaschine vor, damit alles tip-top für die grosse Eröffnung morgen ist. Wenn ich aus dem Fenster sehe, kann ich die Kirche von San Pancrazio sehen, auf halbem Wege zwischen Positano und Amalfi. Ich habe es dir doch erzählt, Verdeluna, ich bin hier, ich bin ganz in der Nähe von dir...
Oh Sandokan, wenn du nur Spass machst, werde ich dich wirklich umbringen... Nein, ich habe immer auf diesen Tag gewartet, mein ganzes Leben lang... Ich werde jetzt sofort ins Auto steigen, ich bin schon auf dem Weg zu dir... Ich warte auf dich, Verdeluna ! Der Tiger von Malaysia wartet gerade auf dich, und er tigert dauernd ungeduldig den Vesuv 'rauf und runter...
Oh Sandokan, Sandokan, wo bist du.........
Oh Sandokan, ich bin über dem Computer-Keyboard eingeschlafen, wartend auf unseren Chat. Warte, warte, verbinden, verbinden, warten, warten... Bittebittebitte, melde dich doch !!!
Verdeluna ?
Sandokan ?
Wo bist du ?
Auf Mompracem, wie immer !
Und wenn ich sagen würde Positano, Sandokan ?
Du meinst die Kirche von San Pancrazio, den Vesuv ?
Wie kommt es, dass du diese Orte kennst ?
Ahhh, vor einigen Jahren kam ein italienischer Fischer zufällig 'mal nach Mompracem, und wir sprachen ziemlich lange über die Schönheit der Amalfi-Küste...
Und ich träumte gerade, dass wir uns jetzt dort treffen würden, in der berühmten Grünen Grotte, mit ihrem smaragd- und türkisfarbenen Wasser...
In jeder Nacht, kurz bevor wir einschlafen, setzt sich der Schöpfer der Träume zu uns an unser Bett, und studiert unsere tiefsten Gefühle. Und dann baut er eine Brücke, die die Träume und die Realität miteinander verbindet, zwischen dem letzten Schimmer des Mondlichts und den ersten Strahlen der Sonne.
Gib' mir deine Hand, Sandokan, und lass' uns jene Brücke zusammen überschreiten... Wirklich zu dumm, dass Internet-Chatter alles immer nur erfinden... Mhm, genau wie in deinen Träumen, Verdeluna, nicht alles, beileibe nicht alles...
Rai-Zusammenfassung:
- "Morpheus" - Verdeluna ist um Sandokan zu treffen in Positano, dann wird sie wach und realisiert sich, dass es nur ein Traum war.
- "Morfeo" - Verdeluna sta per incontrare Sandokan a Positano, poi si sveglia e si accorge che si trattava solo di un sogno.


#42 - 6. November 2007

Eine Welt ohne Chat wäre eine Welt voller langer Telefonate, voller Stapel Briefe, gestopft in Schuhkartons... Um zu chatten, braucht man weder Briefumschläge noch Briefmarken. Sende ganz einfach deine Message ins Universum hinein und warte ab, was dann zu dir kommt. Wie eine Flaschenpost, zum Beispiel... Verbinden... Verbinden... Warten...
Sandokan, heute ebenfalls ein Opfer dieser Internet-Nostalgie, ist ein Fan von Flaschenpost. Es gibt ziemlich viele angespülte Flaschen an den Stränden von Mompracem. Eines Tages, er suchte gerade nach Muscheln, grub der Pirat aus dem Sand eine alte Flasche aus. Nein, nicht irgendeine Flasche: nichts geringeres als eine Flasche vom feinsten Champagner, Dom Perignon, Jahrgang 1910... Darin befand sich eine Mitteilung, geschrieben in portugiesisch, die Sandokans Freund Yanez ihm dann übersetzt hat. Ein Musiker beschreibt, wie er fortdauernd immer weiter gespielt hat, ohne aufzuhören, bis zum umfallen, wie er dann die Champagnerflasche gefunden und ausgetrunken hat, und wie er dadurch das Leben bejaht hat, wenige Augenblicke bevor es ganz sicher enden würde, wie er seine allerletzten Gedanken schliesslich erst dem Papier anvertraut hat, und dann der grossen Flasche...
Moment mal, 1910... könnte das dann nicht die Titanic gewesen sein ? [Anm.: die Titanic ging 1912 unter] Verdeluna ist bei diesem Gedanken überhaupt nicht froh, sie denkt sofort an ihren Sohn, der auf den sieben Weltmeeren zuhause ist... Sie erinnert sich daran, wie furchtbar gern er als Kind Trompete spielte, und sie niemals auch nur eine Minute aus der Hand legen wollte. Aber wie kommt es dann, dass er schliesslich Koch geworden ist, und nicht Musiker ?
Er fing an, für die Familie Pasteten zu backen, und da er nie selbst eine gegessen hat, wurde er mit der Zeit immer dünner, und sie alle wurden dicker. Es waren ganz ausgezeichnete Pasteten...
Und, nimmt Verdeluna denn nun Gesangsunterricht ? Öh, nö. Sie ist viel zu sehr eingeschüchtert von der Anwesenheit von Martina, der talentierten Sängerin und Verkäuferin. Betrachte es doch einfach wie eine Art Spiel, und geniesse es, deine eigenen Talente zu entdecken und zu benutzen, meint Sandokan dazu. Es wäre doch wirklich schade 'drum !
Verdeluna hat neulich auf dem Flohmarkt einen wunderschönen alten Globus gekauft - und das erste, was sie tat, war Mompracem darauf suchen. "Ich kann es nicht finden !", beklagte sie sich sofort beim Verkäufer. Tja, Mompracem ist schon eine ziemlich seltsame alte Insel, antwortete er. Wenn man sie wirklich finden will, dann ist sie auch ganz bestimmt da, und wenn man sie nicht finden will, dann ist sie eben nicht da. Wie auch immer, bestellen sie doch dem 'Tiger' dann 'mal schön viele Grüsse von mir !
Wäre es nicht ganz nett, wenn man die Welt nach seinen eigenen Gesichtspunkten einfach neu gestalten könnte ? Verdeluna würde die Insel Elba gegen Mompracem eintauschen. Das würde ihr Sandokan viele Seemeilen näher bringen ! Aber würden die Italiener das denn gut finden ? Das Mittelmeer wäre ja dann voller Piraten... Zur Aaaaattacke !!!
Dann könnten wir die USA gegen Afrika auswechseln, oder England und Sri Lanka vertauschen, oder - uuuiii, welch' ein Gedanke - Neapel gegen Mailand !
Rai-Zusammenfassung:
- "Dom Perignon" - Sandokan erzählt, dass er eine Flaschenpost gefunden hat (eine Champagnerflasche Dom Perignon aus 1910): es stellt sich heraus, dass es sich um eine Botschaft von einem Schiffbrüchigen der Titanic handelt. Verdeluna erinnert sich an Valerio, als er als kleines Kind damit begann, Trompete zu spielen.
- "Dom Perignon" - Sandokan racconta di aver ritrovato un messaggio in bottiglia (un Dom Perignon del 1910): si tratta del messaggio di un naufrago del Titanic. Verdeluna ricorda Valerio quando cominciò a suonare la tromba da piccolo.


#41 - 5. November 2007

Sandokan denkt gern zurück an seine Reise nach Wien, mit Yanez, wo sie von Riccardo Muti zum grossen Neujahrskonzert eingeladen waren. Der Maestro hatte 'mal Mompracem besucht, wo der Kaffee-Granita mit Sahne ihm so ausgezeichnet beim Yanez geschmeckt hatte, dass er ganz einfach den beiden Freunden eine ähnlich herrliche Sache als Gegenleistung zukommen lassen wollte. Ahhh Wien, urleiwand, das Konzert damals... es war, als ob die Zeit selbst einfach stehen geblieben war, und alle im 3/4-Takt walzenden Damen dort waren so wunderbar gekleidet wie einst die Kaiserin Sissi...
Komm', lass' uns tanzen... Eins, zwei, drei, es dreht sich alles wunderbar in unseren Köpfen... Halt' mich ganz fest... Wir sind in einem grossen Saal voller Spiegel, die das Licht der Kronleuchter hoch über uns reflektieren... Aber vor allem reflektieren sie den strahlenden Glanz deines glücklichen Lächelns, Verdeluna. Das macht mein wild klopfendes Piratenherz ganz schwindelig... Ooooh Sandokan, bitte, halt' mich so fest, dass ich kaum noch atmen kann... Zur Aaaaattacke !!!
Und dann gibt's auch noch Yanez' Tante Faustina, die letzte ihrer Zunft in einer langen Reihe von Luftsammlern.
SANDOKAN!!! Nein, ich mache echt keinen Spass ! Sie fängt die Luft von wichtigen Ereignissen in kleinen Glas-Ampullen ein, um darin die Erinnerungen, die Stimmungslage am Ort, einzufangen. Sie hat die ganze Welt bereist, den Duft der weiten Welt schnüffelnd und emsig flaschenfüllend die wahren Erinnerungen der Menschheit... Pink Floyd spielt in Pompeii ? Sie ist mit ihren Ampullen dabei ! Die Berliner Mauer fällt ? Tantchen hat natürlich ooch 'n bisschen Berliner Luft abjefüllt, nicht in Dosen, sondern in ihre kleinen speziellen Glasfläschchen. Ein Meteorit schlägt in Alaska ein ? Sie sitzt schon längst 'drauf - wie Münchhausen auf seiner Kugel, schon bevor der 'Ausserirdische' überhaupt die Erde berührt. Die royale Luft von Grace Kellys Amtseinführung als Prinzessin von Monaco ist in ihrem persönlichen Ampullen-Archiv vorhanden, und sogar - niemand weiss, wie sie das hingekriegt hat - die erste Mondlandung !
Wenn man einen ihrer kleinen Behälter öffnet, ist man sofort sekundenschnell zurückversetzt in genau jenen Augenblick, in dem die Luft 'geerntet' wurde, in all seiner Intensität, in all seiner sensuellen Herrlichkeit. Man kann das jedoch nur ein einziges Mal machen. Die Ampulle wird, einmal geöffnet, ihren einmaligen Luftinhalt sofort verlieren, und das Erlebnis kann nicht wiederholt werden.
Sandokan öffnet eine Ampulle, extra für Verdeluna, und sie fühlt sich sofort zurückversetzt in die Zeit, als sie eine Schiffsreise nach Lissabon mit ihrem Sohn Valerio machte. Übrigens, er ist jetzt tatsächlich ganz doll verliebt in seinen mexikanischen Astrophysiker, Pedro Miguel.
Verdeluna erinnert sich an ein anderes wichtiges Ereignis. Valerio war von einem Auto angefahren worden, und lag einige Wochen lang im Koma. Sie war ununterbrochen an seinem Krankenbett, und weigerte sich dort wegzugehen, bis er schliesslich wieder zu Bewusstsein kam. Oh, wie sie in jenem Augenblick das Leben liebte ! Sandokan öffnet ein weiteres Fläschchen, und ja ! ja ! genau so war das damals !!!
Vor drei Jahren ist Patrizia von zuhause weggelaufen, nachdem Verdeluna einen besonders hässlichen Streit mit dem Turbo-Trottel gehabt hatte. Sie suchte ihre Tochter die ganze Nacht hindurch, aber - es gab keine Spur von ihr. Doch schliesslich fand sie ihr 14-jähriges Mädchen am Bahnhof, Patrizia studierte gerade die Tafel mit den Fahrplänen. Und so kauften sich Mutter und Tochter dort an Ort und Stelle einfach Fahrkarten nach Paris, ganz spontan. Hat Sandokan denn etwa die Ampulle auch zu jenem Erlebnis ? - Und ob er die hat...
Ahhh Sandokan, du must Faustina unbedingt dazu bringen, auch unsere gemeinsamen Erinnerungen in ihren Fläschchen einzufangen !
Rai-Zusammenfassung:
- "Faustina" - Sandokan erzählt die Story von Tante Faustina, der neunzig-jährigen Tante von Yanez, die Luft von den wichtigsten Ereignissen der Geschichte in speziellen Ampullen-Fläschchen sammelt. Verdeluna lässt sich die Luft "entkorken" von zwei ihrer wichtigen Erinnerungen an Valerio und Patrizia.
- "Faustina" - Sandokan racconta la storia di zia Faustina, la novantenne zia di Yanez che raccoglie l'aria degli avvenimenti più significativi della storia in apposite ampolline. Verdeluna si fa "stappare" l'aria di due suoi importanti ricordi con Valerio e Patrizia.


#40 - 2. November 2007

Heute ist Nachtnetzeule Verdeluna so bittersauer wegen Sandokans Verspätung zum Chat, dass sie beinahe ihren Computer abstellt. Sandokan möchte ein Gebet sprechen für einen vor langer Zeit verstorbenen Freund, der 'mal nach Mompracem gekommen war: Pier Paolo Pasolini. Er war ein ausgezeichneter Fussballer, und Sandokan erinnert sich genau daran, wie er eines Tages ein nahezu unmöglich erscheinendes Kopfball-Tor gegen den Affen Darwin erzielt hat, mithilfe von Yanez.
Und als ob das schon nicht toll genug gewesen wäre, er hat auch 'mal die Insel von einer schlimmen Pelikan-Plage befreit, indem er die Vögel, ganz so wie der Rattenfänger von Hameln, zu einer Versammlung mit den Fischern von Mompracem draussen bei Yanez' Kiosk gelockt hat, um dort ihre Streitigkeiten zu schlichten. Er fand heraus, dass Pelikane mithilfe ihrer Füsse miteinander kommunizieren, und so erlernte er dann einfach ihre Sprache. Und bis zum heutigen Tag halten sich beide Parteien, sowohl die Pelikane als auch die Fischer, nur auf ihrem jeweils eigenen Gebiet auf der Insel auf, und zwischen allen herrscht deshalb Friede, Freude und Fischstäbchen. Ist das denn echt wahr ??? Öh, nö - es ist eine kleine Fabel, die sich die Mompratschheimer gern erzählen bei einer Tasse exquisitem Kaffee. Aber wie auch immer, Pasolini hatte solch einen tollen Blick fürs Wesentliche und fürs pralle Leben, dass er von allen wirklich geliebt und tief verehrt wurde.
Sandokan erinnert sich auch daran, wie sie zusammen eine Bühnenproduktion von Shakespeares Othello inszeniert haben, mit selbstgemachten sizilianischen Marionetten [Anm.: berühmtes Marionettentheater, so ähnlich beliebt wie Augsburger Puppenkiste in Deutschland], die Pier Paolo leidenschaftlich gern mochte. Sandokan sprach die Rolle des Othello, und Pasolini die des Iago, seines Gegners. Yanez war Desdemona, Othellos Frau, die er in einem Anfall von eifersüchtiger Raserei tötet, nachdem man ihm ganz gemein vorgeschwindelt hatte, dass sie ihm untreu gewesen war. Die Story kam jedoch garnicht gut an beim Publikum auf Mompracem, wo die Piraten Verrat als das schlimmst mögliche Vergehen gegen die Menschheit betrachten. Die Schauspieler sahen sich schliesslich gezwungen, das Drama sofort abzubrechen - unter einem nicht enden wollenden Wurfgeschoss-Schauer von Kokosnüssen, Stühlen, Mangos, und sogar Strausseneiern !
Und als die drei Haupt-Sprechrollen dann später zusammen auf dem Strand sassen, sagte Pasolini, die Bürger von Mompracem waren völlig im Recht um gegen Unaufrichtigkeit und Verrat zu rebellieren. Und dann seufzte er tief. Ein oder zwei Tage später verliess er still die Insel, und das war das Letzte, was sie jemals von dem grossen Künstler sahen oder hörten... Er starb am 2. November, vor vielen Jahren...
Rai-Zusammenfassung:
- "Pasolini" - Sandokan erinnert sich an Pasolini der während eines Aufenthaltes auf Mompracem Fussball spielte und stundenlang barfuss spazieren ging. Er erinnert sich auch daran, als er einen "Othello" mit sizilianischen Marionetten [berühmtes Marionettentheater, so ähnlich beliebt wie Augsburger Puppenkiste in Deutschland] in Szene setzte, und an die Reaktionen der Einwohner von Mompracem.
- "Pasolini" - Sandokan ricorda Pasolini che, in visita a Mompracem, giocava a pallone e camminava a piedi scalzi per ore. Racconta anche come mise in scena un "Otello" coi pupi siciliani e le reazioni degli abitanti di Mompracem.


#39 - 1. November 2007

Verdelunas Worte sind durch die Luft über Mompracem geflogen, und Sandokan hat sie sicher in seinem kleinen Netz aufgefangen bevor sie auf die Erde fielen. Sie sprechen von ihren Lippen, wie reife Aprikosen, und von seinen Augen, sprühend voller Leben, und seiner stolzen Stirn. Oh la la... Da bekommt man ja ganz heisse Ohren, Sandokan !
Verdeluna beklagt sich, dass ihre Wohnung überheizt ist, und sie obendrein noch selbst für dieses Privileg zahlen darf. Yanez hat gerade eine Münzwäscherei neben seinem Kiosk eröffnet. Verdeluna ist wach geworden und musste zähneknirschend feststellen, dass ihre Waschmaschine ihren Geist aufgegeben hat, eine unbemerkte Waschkrise hatte, kurzum, total kaputt ist. Und nun gibt's natürlich einen ganzen See voller schmutzigem Seifenwasser in der ganzen Wohnung. Toll ! Vielleicht könnte Yanez ja eine Filiale seines Wäscherei-Geschäfts "Innerlich sauber" in Verdelunas Nachbarschaft eröffnen ? Seine Wäscherei bietet übrigens auch eine gutsortierte Bücherei, Internet-Anschluss, und eine Bar, die Yanez' exquisiten Kaffee verkauft. Oder - sie könnte natürlich sowas auch selbst eröffnen, mit dem Namen "Innerlich schön, aussen sauber".
Wäschereien mit Münzautomaten sind Orte voller geheimnisvoller Rätsel, behauptet Sandokan. Neulich zum Beispiel war er gerade beim Waschen von einigen Segeln seiner Galeone, und schaute gerade etwas abwesend in das runde Glasauge der Maschine, als das unheimliche Ding plötzlich geradezu explodierte, denn der Schleudergang fing mit vollem Karacho an. Und dann wurde er obendrein auch noch von einem Maler blöd angequatscht, der wollte Hunderte von seinen Leinwänden reinwaschen denn, sagte er, sie wären die Werke eines Verrückten. Und so sass Sandokan dabei und beobachtete ihn, wie er alle vorhandenen Waschmaschinen mit ziemlich ungewöhnlichen Kunstwerken vollstopfte, und wie die Malereien geradezu explodierten in den wildesten Farben, die er je gesehen hatte, als der Künstler die Maschinen auf Knopfdruck dann anstellte. Welchen Namen hatte denn der Maler ? Also, das klang irgendwie so ähnlich wie "Van Gogh", obwohl das vielleicht nur so ein Namensvetter war...
Und das erinnert Verdeluna an ihren Bruder Vittorio, der hat gerade angefangen zu malen um sich selbst damit zu helfen vom Alkohol weg zu kommen. Seine Werke sind nicht nur einfach Gemälde, sie sind voller merkwürdiger Stückchen Papier und Plastik, Nägel, ja sogar Zahnpasta. Aber - so hat Vittorio kreativ all seine Wut, seine Frustrationen und seine Existenzangst aus sich herausgelassen. Und er sieht jetzt viel besser aus als früher !
Verdeluna erinnert sich daran, dass sie sich mit Vittorio ein Zimmer teilen musste als sie ein kleines Mädchen war. Ihr Bruder verstand unter Spass haben, dass er ausgiebig auf der Tapete herum kritzelte. Eines Tages, die Wände des Zimmers waren beinahe vollgekritzelt, beklagte sie sich darüber. Vittorio besorgte sich daraufhin einen ganzen Eimer voll weisser Farbe und strich das ganze Zimmer schneeweiss, und zwar so ziemlich auch alles, was sich darin befand, sogar Verdelunas Lieblingspuppe... Wie sie ihn da anflehte, alles wieder in den Normalzustand zurück zu versetzen, sogar die verunstaltete Tapete...
Und hat denn Sandokan irgendwelche Kindheitserinnerungen ?
Er lebt unbeschwert von einem Tag zum anderen, unser Pirat, ohne je zuviel vor oder zuviel zurück zu schauen. Und er hat ganz bestimmt keine Angst vor dem Tod, sein Begräbnis wird ein Knaller, eine einzige Riesenparty sein ! Zur Aaaaattacke !!!
Rai-Zusammenfassung:
- "Innerlich schön, äusserlich sauber" - Yanez eröffnet eine Münzwäscherei "Innerlich Sauber" auf Mompracem. Vittorio, Verdelunas Bruder, beginnt einen Malkurs um vom Alkohol loszukommen.
- "Belli dentro, puliti fuori" - Yanez apre una lavanderia a gettoni "Puliti dentro" a Mompracem. Vittorio, fratello di Verdeluna, segue un corso di pittura per disintossicarsi dall'alcool.
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