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#60
- 30. November 2007
- Story in Bearbeitung -
Rai-Zusammenfassung:
- "Chicco di grano" - Sandokan und Verdeluna machen zusammen einen "Gedächtnis-Test".
Sie erinnert sich an die Zeit, als ihr Grossvater ihnen einen jungen Hund gab,
Chicco di grano [wörtlich: Weizenkorn], Sandokan dagegen hat keine Erinnerungen
von der Zeit vor seinem Zusammentreffen mit der Perle von Labuan.
- "Chicco di grano" - Sandokan e Verdeluna fanno una "gara di
memoria". Lei ricorda di quando suo nonno le regalò un cucciolo di
cane, Chicco di grano, Sandokan invece non ha ricordi precedenti all'incontro
con la Perla di Labuan.
#59
- 29. November 2007
- Story in Bearbeitung -
Rai-Zusammenfassung:
Der Rai-Radiosender veröffentlichte für heute, 29. November, die Zusammenfassung
der bereits am 18. Oktober 2007 gesendeten Folge #29: "Barbie69".
#58
- 28. November 2007
- Story in Bearbeitung -
Rai-Zusammenfassung:
- "Frauen an die Macht" - Sandokan und Verdeluna sprechen über
Wein und dessen Bedeutung. Verdeluna erzählt von Sir Hugo's befremdlicher
Reaktion auf die Ankunft der Bürgermeisterin der Gemeinde im Geschäft,
und sie träumt davon, grössere Macht zu haben, um die Eigentümerin
des Geschäfts zu werden ?
- "Donne al potere" - Sandokan e Verdeluna parlano del vino e del suo
significato. Verdeluna racconta delle strane reazioni del Cavalier Ugo all'arrivo
della sindachessa del paese in negozio e sogna di avere maggiore potere, di diventare
la proprietaria del negozio?
#57
- 27. November 2007
Sandokan ist in einer sehr poetisch angehauchten Stimmung
heute abend, er sitzt entspannt an Deck seiner Galleone und schaut auf die Küstenlinie
von Mompracem. Freund Yanez ist fest davon überzeugt, dass die Insel von
Sirenen sicher über Wasser gehalten wird. Verdeluna meint dazu, den beiden
altgedienten Haudegen ist wohl so ziemlich jedes Mittel recht um über -
schöne - Frauen diskutieren zu können.
Oh, aber du, meine Verdeluna, bist ja meine Privatsirene, meine Inspiration,
meine Muse, die mich zu einem Poeten werden lässt, und mich durch eine rosarote
Brille die Welt sehen lässt, als wäre sie das schönste Gemälde,
das je erschaffen wurde. Aber auch Verdelunas städtische Umgebung verwandelt
sich in ein tropisches Paradies mit Palmen, Felsen und Wasserfällen, während
sie mit ihrem Lieblingspiraten Sandokan chattet.
Morgens, als sie gerade an einer Ampel darauf wartete, dass sie grünes Licht
für ihre Weiterfahrt bekam, sah Verdeluna eine Werbeanzeige für eine
Kunstakademie, und sie träumte sofort in den Tag hinein, sah sich als talentierte
und erfolgreiche Künstlerin. Dafür ist es ganz bestimmt noch nicht
zu spät, meint Sandokan, so mancher berühmte Maler wurde erst ziemlich
spät entdeckt, als er schon lange nicht mehr ganz so taufrische Pinsel hatte.
Sogar hier auf Mompracem hatten wir neulich einen Besucher, der... STOP !!! Lass
mich jetzt mal raten... Einen berühmten Maler ? Caravaggio ? Antonello da
Venezia ?
Neeeee, also die sind ja nun wirklich viiiieeeel zu alt, Verdeluna. Nein, es
handelt
sich um meinen Freund Picasso, Verdeluna. Ah, Picasso ! Das hätte ich mir
doch eigentlich gleich denken können !
Verdeluna liebt die Gemälde von Picasso, denn sie sind so herrlich verwirrend.
Sandokan meint, Picasso war sowohl ein Maler als auch ein Poet, und er hatte
die Offenherzigkeit, die Spontanität und die erfrischende Frechheit eines
Kindes.
Hat denn der gute alte Pablo dir jemals eins seiner Bilder überlassen, Sandokan
? Man kann ja wirklich nur wild drauflos raten, wieviel es heute denn nun wohl
wert
wäre !
Tja, eines Tages sah Sandokan seinen Freund Picasso hoch oben auf einer Rahe
seiner Galleone, mit seiner Leinwand, Palette, Malerfarbe, und auch einer grossen
Anzahl frischen Eier, um dort Zabaglione machen zu können.
Was hat er denn da oben gemalt ? Einen gigantischen Kampf zwischen Stieren
und den Wellen des Ozeans ! Solch eine Kraft des Ausdrucks ! Solch eine atmosphärische
Unruhe ! Solch ein Sturm der Sinne ! Solch ein tolles Durcheinander ! Geradezu
superb hurz-artig !!!
Du hättest ihn mal dort oben sehen sollen, auf dem
höchsten Mast meines Segelschiffes. Er war mehr als ein Maler, er war ein
Toreador, ein Stierkämpfer, ein Picador, eine lebende Legende !
Sandokan
und Yanez waren beide wie gelähmt, konnten Tag und Nacht keine Sekunde lang
ihre Augen von diesem Künstler abwenden, tranken einen exquisiten Kaffee
nach dem anderen...
Und wegen all diesem literweise konsumierten Koffein hatten die zwei Freunde
doch tatsächlich ihren ersten - und bis jetzt einzigen - Streit. Yanez wagte
es doch tatsächlich, den grossen Künstler in luftiger Höhe einfach
mit
Bruce Lee zu vergleichen, dort auf der Spitze des höchsten Schiffsmasts
sitzend.
Nach acht Nächten und acht Tagen kletterte Picasso endlich von seinem maritimen
Hochsitz herunter, mit seinem fertigen Gemälde. Er ging hinüber zu
Yanez' Strandkiosk, bat um einen Kaffee, und fiel prompt auf der Stelle in einen
tiefen
Erschöpfungsschlaf, der eine ganze Woche dauerte.
Und was ist denn nun mit dem Gemälde ? Das hat nun natürlich einen
Ehrenplatz
in
der
Kapitänskajüte von Sandokans Segelschiff. Grosser Glückspilz Sandokan...
Das
einzige Bild, das Verdeluna je als Geschenk bekommen hat, war ihr eigenes Portrait,
von einem Strassenkünstler auf der Piazza Venezia in Rom im Schnellverfahren
angefertigt, und es war vom Turbo-Trottel in Auftrag gegeben. Dumm gelaufen,
dass es dann irgendwie seinen letzten Ruheplatz fand an der Pinnwand in der
Automechaniker-Werkstatt
des Turbo-Trottels, ausgerechnet über einem Playboy-Kalender... Du kannst
dir bestimmt vor deinem geistigen Auge ein Bild davon machen, Sandokan ?
Gib mir deine Hand, und wir erklimmen den Hauptmast, genau wie Meister Picasso.
Ich möchte der Stier in deiner Arena sein, und du bist dann meine Matadorin.
Es gibt wohl nichts Herrlicheres auf Erden, Verdeluna, als durch deine Hand zu
sterben... Olé !
Rai-Zusammenfassung:
- "Picasso" - Verdeluna spricht darüber, wie gern sie eine Malerin
wäre, und Sandokan erzählt von Picasso auf Mompracem, der versuchte
ein Bild zu malen, während er auf einer Rahe von Sandokans Galeone heraufgezogen
war.
- "Picasso" - Verdeluna racconta quanto le piacerebbe essere una pittrice
e Sandokan racconta di Picasso a Mompracem, intento a dipingere un quadro issato
sul pennone del suo galeone.
#56
- 26. November 2007
Auf Mompracem findet gerade ein Drachenfestival statt. Jeder,
der einen Drachen steigen lässt, darf sich was Schönes wünschen...
Sandokans glühender Wunsch ist es, eines Tages einen Drachen bauen zu können,
der ihn weit weg hin zu den fernen Sternen mitnehmen kann, unseren intergalaktischen
Don Quichote. Wird es auch ein Plätzchen an Bord des Drachens geben für
Verdeluna, vielleicht in der Gestalt seines treuen Gefährten Sancho Panza
? Klar doch, halte dich einfach an dem seidenen Faden der Drachenleine gut fest,
und lass' vor allem nicht los !
Und wovon träumt denn unsere feurige Señora Sancho ? Ihr bescheidener
Herzenswunsch ist eine Insel, die sie ganz für sich alleine ihr eigen nennen
kann. Folge ganz einfach nur deinem Drachen, rät ihr Don Sandokan. Er wird
ganz bestimmt eine tolle Insel für dich finden, gleich hinter den Ringen
des Saturn, genau dort, wo du den Sonnenaufgang auf Jupiter gut sehen kannst.
Es gibt dort sogar eine ganze Kolonie von gutsituierten Wohninseln, und sie sind
alle kaum 20 Minuten Reisezeit von der Innenstadt entfernt.
Aber anstatt Sandokans abenteuerlichen Drachentransport querbeet durch den Weltraum
in Anspruch zu nehmen, hat Verdeluna jetzt erstmal ein für die italienische
Provinz etwas realistischeres Fahrzeug gekauft, nämlich den alten Land Rover,
der ihrer Freundin Olivia gehörte. Verdeluna war bei ihr zu einem deftigen
Abendessen eingeladen, es gab Sauerkraut mit Knödeln. Diese sehr realen
und sehr irdischen Knödel hatten sichtbar eine geradezu wunderbare Wirkung
auf Verdeluna. Sie konnte den köstlich duftenden, appetitlich glänzenden
Kugeln einfach nicht widerstehen und liess sich einen Klops nach dem anderen
- eben so, wie man ja auch die Knödel essen sollte - gut schmecken; die
ganze Zeit über hatte sie das herrliche Gefühl, sowohl mit den köstlichen
Knödeln auf ihrem Teller als auch mit der Welt ganz allgemein sehr im reinen
zu sein. Und dann öffnete Nicola, Olivias Ehemann, der aus Apulien stammt,
obendrein ein paar Flaschen Primitivo, ein Wein mit enormer Wonne-Wirkung...
Und als sie gemeinsam im Garten spazieren gingen, sprachen sie über alte
Freundschaften... Deshalb begann Verdeluna, über einen ihr sehr wichtigen,
alten Freund zu sprechen, der erst vor kurzem plötzlich und unerwartet das
Zeitliche gesegnet hatte... ihr alter geliebter Fiat 131.
Ach, weisst du was, sagte Nicola spontan, warum nimmst du dann nicht einfach
unseren Land Rover ? Und um dem bedeutungsschwangeren Blick seiner Frau, und
- damit eng verbunden - dem jetzt sofort drohenden Einsatz ihrer durchaus respektablen
linken Faust entgegen zu wirken, versprach er Olivia kurzerhand einen nagelneuen
fahrbaren Untersatz. Und so begaben sie sich alle einträchtig zur Garage,
wo sie den alten lieben Landy erstmal gebührend bewunderten, und Verdeluna
verliebte sich auf der Stelle in diesen überaus attraktiven neuen alten
Blechkameraden !
Ssso, wooohin wirrrst du denn mittt diesem Offroader hinnnfaaaren, fragte Olivia.
Nach Mompracem natürlich, zur Aaaaattacke !!! Und als Olivia dann hoch-und-heilig
versprach, das Auto würde Verdeluna dorthin zur meerwasserumspülten
Sandokan-Residenz tatsächlich bringen können ("Jawohl ! Darauf
verwette ich sämtliche Knödel, die du essen kannst"), waren sie
sich sofort handelseinig. Lang lebe der neue Offroader !!!
Weiss Olivia denn von den Chats zwischen Verdeluna und Sandokan ? Nein. Und Yanez
? Keinesfalls. Nur der Wind weiss davon, und auch das Mondlicht, das sanft und
verschwiegen auf Mompracem und in Italien auf die Tastatur ihrer Computer scheint...
Rai-Zusammenfassung:
- "Der Drachen" - Festival des Drachens auf Mompracem. Verdeluna geht
zum Abendessen zu Olivia, und nachdem sie sich ziemlich vollgestopft hat mit
Knödeln, kauft sie den Land Rover von Olivia und deren Mann.
- "L'aquilone" - Festa degli aquiloni a Mompracem. Verdeluna va a cena
da Olivia e dopo essersi abboffata di canederli, compra la Land Rover di Olivia
e suo marito.
#55
- 23. November 2007
Sandokans ausgezeichneter Geruchssinn ist wegen der Nacht
sogar noch stärker verschärft, und deshalb kann er sogar Verdelunas
Parfüm riechen, wie die zarten Klänge einer Flöte von weit, weit
her. Verdeluna fühlt sich sehr geschmeichelt, und es wäre ihr am liebsten,
wenn das grandiose olfaktorische Flötenkonzert von Sanssouci, äh Mompracem,
so lange wie irgend möglich dauern würde.
Aber leider... ihr eigenes empfindliches Riechorgan wird plötzlich infiltriert
von einem überaus penetranten scharfen Zwiebelgeruch, der das ganze Wohngebäude
durchzieht. Für Sandokan jedoch ist der Zwiebelgestank eher wie eine
tolle
Geige in seinem gerade stattfindenden Geruchskonzert. Perfektion in höchster
Vollendung. Ganz so wie die exquisiten Zwiebel-Pfannengerichte von Yanez, die
mit ihrem Duft Leute von ganz Mompracem anziehen, und - wenn der Wind aus der
richtigen Ecke weht - sogar von noch viel weiter weg gelegenen Inseln.
Wie hat wohl Valerio seinen Astrophysiker verführt, fragt sich Verdeluna,
mit gebratenen Zwiebeln ? Vielleicht... Und wie würde dann wohl Sandokan
Verdeluna romantisch 'rumkriegen wollen ? Mit einem ganzen Topf voller herrlicher
Muscheln, von Yanez zubereitet. Nein, das zählt aber nicht ! OK, mit einem
grünen Salat ?
Yanez hat einen riesigen Küchen- und Kräuter-Garten auf Mompracem,
der ist so gross, dass er sogar oft Führungen für Schulkinder darin
veranstaltet. Aber Sandokans Lieblingsessen ist ganz bestimmt Nicole's Kürbis...
Nicole Kidman besuchte Mompracem vor vielen, vielen Jahren, um sich für
ihre Hauptrolle im Blockbuster "Cinderella" [Aschenputtel] vorzubereiten.
Aber als sie Yanez' Küchengarten besuchte, wurde sie furchtbar böse
mit ihm - und das hatte zur Folge, dass der arme Yanez, ein Liebhaber starker
Frauen, sich auf der Stelle in sie unsterblich verliebte. Aber wieso war Nicole
so ungehalten ? Weil in dem ganzen grossen Gemüsegarten nicht auch nur ein
einziger Kürbis zu finden war !
Und deswegen - denn australische Kürbisse sind die grössten, schönsten
und besten Kürbisse der Welt -, liess Yanez sofort aus dem Lande von Oz
ein paar Kürbis-Saatkerne einfliegen, und - Wham !!! Da hatte er sogleich
die grössten Kürbisse, die die Menschheit je erblickt hatte. Kürbis-Fan
Nicole war ganz entzückt, und sie tanzte einen ganzen Abend lang mit ihrem
Kürbis-Prinz Yanez zusammen auf dem Strand (jedoch nur bis Schlag Mitternacht,
als sie urplötzlich aus Yanez' Armen weg lief, und dabei verlor sie doch
tatsächlich einen klitzekleinen, zierlichen Pumps aus Kristall...)
Verdeluna schwelgt in Erinnerungen an die opulenten Sonntagsessen, zusammen mit
ihren Eltern und ihren Brüdern, immer in irgendeiner Trattoria auf dem Lande,
im Sommer-Sonnenschein um einen grossen Tisch geschart, und sich den Bauch vollschlagend
an einer scheinbar nicht ablassenden Folge von ausgezeichneten Gerichten. Und
jedes Mal, wenn sie dann vom Tisch aufstand, weil sie spielen gehen wollte, bestand
ihr Vater darauf, dass sie erstmal eine grosse liebevolle Umarmung von ihm bekam...
Heutzutage schauen sich die Leute noch nicht 'mal mehr an, meint Verdeluna. Sie
grüssen sich nicht, sie sprechen nicht miteinander, noch nicht 'mal, wenn
sie zusammengepfercht im Lift stehen. Auf Mompracem gibt's zwar keine Lifte,
aber auch dort verändert sich das Zusammenleben... Gleich ab morgen will
Verdeluna der ersten Person, der sie begegnet, direkt in die Augen sehen, und
sie höflich grüssen. Vielleicht denken die Leute zwar, dass sie verrückt
ist, aber besser, als einzige Verrückte in einer normalen Welt zu leben,
als andersrum...
Verdeluna hat einen köstlichen Auberginen-Auflauf zubereitet, der ist in
ihrer ganzen Nachbarschaft berühmt. Der Duft des gebackenen Gerichtes ist
absolut göttlich, und deshalb wird sie ihn jetzt gleich in den Ofen schieben,
nur für sie beide allein, nur für Sandokan...
Rai-Zusammenfassung:
- Der Rai-Radiosender veröffentlichte für heute, 23. November, die
Zusammenfassung der bereits am 23. Oktober 2007 gesendeten Folge #32: "Quallen".
#54
- 22. November 2007
Dieses Mal ist Verdeluna zu spät 'dran. Sie war draussen
auf dem Balkon, und sie wurde dort beinahe von einem überaus heftigen Hagelschauer
erwischt. Auch Sandokan war schon 'mal in einem solcher Hagelstürme mittendrin,
gerade nachdem er das Bootsrennen von Labuan gewonnen hatte. Das Wetter schlug
ganz plötzlich um, und seine Galeone war völlig bedeckt mit grossen
Hagelkörnern. Yanez sammelte alle Körner sorgfältig ein und nahm
sie mit zu seinem Kiosk. An jenem Abend feierten sie Sandokans Sieg mit super-kühlen
Rum-Mojito-Cocktails !
Gestern abend setzte sich Patrizia neben ihre Mutter Verdeluna, und dann zappte
sie wahllos und nervös durch alle TV-Kanäle. Dann machte sie den Fernseher
aus, und sie beide sassen dann einfach nur zusammen, still, ohne ein Wort. Verdeluna
kennt ihre Tochter gut genug um zu wissen, dass dies bedeutete, dass Patrizia
ihr etwas sehr Wichtiges sagen wollte, aber erstmal nicht den Mut aufbringen
konnte, es einfach rundheraus zu sagen. "Genau wie Marianna !" meint
Sandokan, sie druckste immer stundenlang herum und hinderte mich immer an dem,
was ich selbst gerade machte.
Ja, nun also - Patrizia sagte schliesslich, dass sie und ihr Freund, der DJ,
haben hmnnnnnnmgh... - Was ? - Sie haben angefangen zu mnwmwmmvnm.... - Was sagst
Du
? - Öhhhhhh,
hüstelhmmmm. Sie haben angefangen, miteinander Sex zu haben ! Genau das
waren ihre Worte !
Aber nicht nur das, der DJ hat Patrizia darum gebeten, nun mit der Einnahme der
Pille anzufangen. Und das findet Verdeluna völlig OK, so lange wie es die
persönliche Entscheidung ihrer Tochter ist, nicht unter dem Einfluss irgendeines
DJ oder irgendeines anderen Mannes genommen !
Sandokan ist ganz begeistert von dieser Nachricht und bietet an, zur Feier des
Tages eine Flasche von Yanez' bestem Champagner knallen zu lassen. Dies ist sowieso
schon eine tolle Nachricht, aber es ist sogar noch ein besseres Zeichen, dass
Patrizia
sich
ihrer Mutter anvertraut hat. Sie muss tatsächlich ein wirklich smartes Girl
sein !
Als ob es erst gestern gewesen wäre - da war sie noch mein kleines Mädchen.
Und heute schon ist sie mein kleines Mädchen ganz bestimmt nicht mehr.
Und es scheint auch mir, als ob es erst gestern gewesen wäre, als ich dich
traf, Verdeluna. Mit dir wird immer jedes Mal zum ersten Mal. - Ohhhh, ihr Männer
! Ihr seid immer so harmonisch, immer so fähig, ein ganzes Bündel widersprüchlicher
Gefühle fest zu vereinen. Bei uns Frauen dagegen, nun, da ist es immer eine
richtige Katastrophe. Wir befinden uns eigentlich immer gefühlsmässig
in Aufruhr...
- Aber das ist doch ziemlich normal, Verdeluna. Es hängt alles mit Hormonen
zusammen. Ihr Frauen müsst jedes Mal aufs Neue den Zyklus bezwingen. Und
Verdeluna meistert jenes kleine Problem im Fitnessstudio. Einen wohlgezielten
Kick genau auf den Kopf ihrer Freundin Olivia plaziert, und sie fühlt sich
wieder sehr ausgewogen und wieder im Gleichklang mit ihrer Umwelt. Jodelahühüü !
Gestern fuhr Verdeluna zum Fitnessstudio zum ersten Mal mit dem Bus, nach dem
Ableben ihres alten Fiat 131. Die Erfahrung machte ihr Spass. Sandokan benutzt
gern und oft die Spielzeug-Eisenbahn, die auf Mompracem herumfährt, er
will dann dabei immer rufen: "Zur Aaaaattacke !!!", ansonsten nimmt
er auch oft eine von Yanez' umgebauten Fähren, aus ausgedienten Galeonen
gebastelt.
Komm' einfach mit mir, Verdeluna, zur Haltestelle der Linie 24. Es gibt dort
eine Sonderfahrt mit einer Galeone, jedoch nur ein einziges Mal im Jahr, die
wird uns schnurstracks in den Weltraum bringen... Und es gibt dabei so gut wie
nie einen Fahrkahrtenkontrolleur...
Rai-Zusammenfassung:
- "Die Pille" - Patrizia fragt ihre Mutter um Rat wegen der Einnahme
der Pille. Verdeluna reist per Bus, Sandokan per Galeonen-Fähren.
- "Pillola" - Patrizia chiede consigli alla mamma sull'uso della pillola.
Verdeluna viaggia sugli autobus, Sandokan sui galeoni-traghetti.
#53
- 21. November 2007
Hier kommt Nacht-Chatter Sandokan, Jägermeister des Thunfisches und anderer überaus
leckerer Meerestiere - heute ist er sogar 'mal sehr pünktlich. Aber, ups,
er ist nicht willkommen. Es wäre sogar durchaus ratsam sich lieber sofort
zu verdünnisieren. Pah, nur weil er sich selbst pompös Sandokan nennt,
sollte deshalb eine jede Frau ihm zu Füssen liegen ?
- Ich nenne mich selbst nicht Sandokan. Ich BIN Sandokan. Und ich mag dumme Spielchen
garnicht.
- Ach ja ?!? Ach wirklich, wer sonst spielt denn hier dumme Spielchen ? Wer bist
du denn eigentlich, du, der sich Pirat nennt, und angeblich wohnt auf der noch
nicht 'mal auf dem Globus verzeichneten Insel... "Mompracem" ???
- Jetzt reicht's aber wirklich ! Verdeluna, niemand hat dich je gezwungen mit
mir zu chatten, wenn du das garnicht willst ! Du kannst ja gerne wirklich jederzeit
diese dir scheinbar so lästige Unterhaltung abbrechen !
- Du willst, dass ICH den Chat abbreche ? Glaubst du denn wirklich, dass das
so einfach für mich ist ? Ich arbeite den ganzen Tag lang, und ich muss
obendrein mein havariertes Liebesleben wieder auf Vordermann bringen. Ich verlange
von dir, dass du ehrlich zu mir bist !
- Klar, genauso, wie auch DU ehrlich zu mir sein solltest ! Auch du könntest
in Wirklichkeit irgendeine x-beliebige Chatterin sein. Wie soll ich denn wissen,
wer du zu sein vorgibst ? Bist du denn wirklich eine Mutter zweier Kinder ? Arbeitest
du tatsächlich in einem Geschäft ? Bist du echt geschieden ? Ich habe
schon viele ziemlich unglaubliche Geschichten über Leute in Chatrooms gehört
und aufgetischt bekommen !
- Und warum sollte ich sowas tun ?
- HALT' JETZT DEN MUND ! Du kakelst und gackerst ja genau wie ein Huhn !
- Tock tock tock tooooooooock !!!
- HALT' JETZT DEN MUND !!!
- Ich bin so still wie ein Grab bei Nacht.
Und so streiten sie sich dauernd weiter, bis Sandokan versucht etwas versöhnlicher
mit Verdeluna umzugehen... Nun ja, OK. Sie hatte einen scheusslichen Tag, soviel
steht fest. Erst traf sie unvorbereitet auf den Turbo-Trottel, im örtlichen
Supermarkt. Haben sie sich zwischen den Waschmitteln gestritten ? Nöööö.
Viel schlimmer. Hinter einer Palette mit kunstvoll aufgestapelten Tomaten in
Dosen lauernd, sah Verdeluna, dass der Turbo-Trottel allein war. Weit und breit
keine Vanessa Paradiso zu entdecken. Und dann sah Renato sie plötzlich,
und er überhäufte sie geradezu mit Komplimenten. Seinen immer angeknipsten
Macho-Charme spielen lassend, versuchte er sogar, sich mit ihr zu verabreden
! Man stelle sich vor ! Wie oberscheusslich ! Verdeluna ist fest davon überzeugt,
dass er beim Routine-Balzen nicht eine Sekunde lang bemerkt hat, dass er da im
Supermarkt seine eigene Ex-Frau umzirzt !
Und dann war da auch noch Walter, der Priester. Der hatte eine Stunde lang vergeblich
beim Geschäft gewartet, nachdem er eine Nachricht auf ihrem Handy hinterlassen
hatte. Verdeluna hatte geantwortet "OK" - aber wo blieb sie denn dann
??? Nun ja, das "OK" war eigentlich bestimmt gewesen für Olivia,
die sich im Fitnessstudio mit ihr treffen wollte. Da hat Verdeluna also einen
Fehler gemacht. Aber wer macht denn keine Fehler ?
Und dann hat sie natürlich zerknirscht feststellen müssen, dass sie
ihr Handy im Supermarkt liegen gelassen hat. Nach der Arbeit ging sie nochmal
hin, nahm es wieder in Empfang und... es gab eine neue Nachricht auf dem Handy...
- "Ich bin's," stand darin. "Lass' uns miteinander ein Treffen
verabreden
auf dem Matrosenplatz um acht. Unter dem Seefahrer." Und deshalb ging sie
hin, und dachte natürlich wegen all dieser maritimen Ausdrücke, es
könnte sich nur um einen gewissen Herrn S., von Beruf diplomierter ehrenwerter
Pirat, handeln...
Aufgeregt war sie schon zwanzig Minuten zu früh dort, und sie wartete dann
bis Viertel nach Acht. Männer in allen denkbaren Ausführungen spazierten
beim Seefahrer vorbei, und die arme Verdeluna quälte sich mit Vorstellungen,
Hoffnungen und Befürchtungen, wer unter ihnen denn nun der geheimnisvolle
Pirat sein könnte... Der nette alte Drogist, der ihr immer Rabatt gab ?
Sogar Tarzan, der Automechaniker, kam vorbei. Er lächelte sie an, und ging
dann weiter. Dann war da noch Patrizia's Mathe-Lehrer, der verursachte bei Verdeluna
ziemlich flaue Gefühle in diversen Körpergegenden bei dem Gedanken,
dass ausgerechnet er vielleicht Mister S. sein könnte... (Nun, in jenem
Fall wäre sie ganz bestimmt sofort zum nächsten Kloster gerannt).
Am Ende war jedoch niemand zur Verabredung erschienen. Und Verdeluna ging nach
Hause, am Boden zerstört, erniedrigt, und stinksauer auf ihren treulosen
Piraten...
Aber der Pirat leugnet jegliches Wissen ab. Die Nachricht war garnicht von ihm.
Klarer
Freispruch, Euer Ehren !
Ich würde niemals etwas tun, was eventuell
zur Folge hätte, dass ich dich verliere, Verdeluna. Du bist mir viel zu
wichtig geworden.
Mmmmmm... Wirklich...? Dann zeig' mir das 'mal !
Lass' uns einander genug sein, und die Welt um uns herum vergessen, Verdeluna,
genau so wie wir jeden Abend einander genug sind und aneinander Halt finden,
uns zusammen spüren. Komm' an Bord, Verdeluna, und dann wird es für
immer so sein. Oooh Sandokan, ich kann mir einfach nicht helfen, aber ich glaube
dir wirklich, meine Gefühle für dich sind viel stärker als ich
selbst...
Halt' mich ganz fest, Sandokan...
Rai-Zusammenfassung:
- "Identität" - Verdeluna bekommt eine anonyme Nachricht, die
sie zu einer Verabredung einlädt. Sie denkt, es ist Sandokan...
- "Identità" - Verdeluna riceve un messaggio anonimo che la
invita ad un appuntamento. Lei pensa sia Sandokan...
#52
- 20. November 2007
Na, Herr Sandokan, was haben wir heute denn für
einen Grund, viel zu spät zum Chat
mit Verdeluna anzuloggen ? Sandokan hat einen ganzen Schwarm von Rochen beobachtet,
bequem von seinem Liegestuhl aus, ab und zu genüsslich an einem exquisiten
Yanez-Kaffee nippend. Der Zauber der elektrischen Entladungen der Rochen ist
wie der Zauber eines Kusses... Wie Gustav Klimts "Der Kuss," meint
Verdeluna...
Schliess' deine Augen und fühle, wie meine Finger dein Gesicht zärtlich
streicheln, während du mit deinen nackten Füssen in einem Bett von
Blumen stehst...
Wie viele verschiedene Küsse gibt es wohl, Sandokan ?
- Lass' mich 'mal überlegen...
Es gibt den Piratenkuss, aber auch den des Rhinozeros, Horn an Horn, oder den
der Gazelle, Seite an Seite, den Kuss des Löwen, so tief-erschütternd
wie sein Brüllen, und den der Zibetkatze, und den des Napoleonfisches, der
dauert natürlich so lange wie Napoleons russischer Feldzug...
Aber was ist denn nun mit Küssen der Liebe, Küssen zwischen Mann und
Frau ? Tja, mhm, es gibt da also zum Beispiel den Vom-Winde-Verweht-Kuss, und
ehrlich gesagt, meine Liebe, das ist mir schnurzegal. Und dann gibt's Doktor
Schiwago's
Kuss
mit seiner
Lara. Oder es gibt zum Beispiel auch den 9½-Wochen-Kuss, für den
muss man extra Eiswürfel auf strategischen Stellen seines Körpers verteilen,
aber ich glaub' einfach nicht, dass es das wert ist...
Jetzt hör' aber auf ! Ich meine doch keine Filmküsse !
Na ja, OK... Mhm, also der allererste Kuss zwischen zwei Liebenden. Der Abschiedskuss
draussen vor der Tür. Oder draussen vor einem Restaurant. Ein Silvesterkuss,
voll Verheissen. Oder ein Kuss in einem Motel, oder auf einem kleinen Platz in
Paris. Oder der Kuss direkt vor dem Liebesspiel, der an den Himmel und obendrein
an die Sterne appelliert, uns leidenschaftlich durch die Nacht zu begleiten.
Lass' mal hören, wieviele Kussarten kennst denn du ?!
Also, ich mag den Kuss des Piraten noch immer am allerliebsten, voller Liebe
und Leidenschaft...
Verdeluna sah neulich Patrizia ihren Freund, den DJ, küssen. Aaaah - das
hat ihr schliesslich sehr deutlich vor Augen geführt, dass ihr kleines Mädchen
nun wirklich zu einer Frau herangereift ist...
Sie ist nun richtig erwachsen, und sie war bestimmt in all ihren früheren
Leben eine erfahrene Frau, sagt Sandokan. Er ist der Meinung, dass Reinkarnation
zwar nicht nach jedermanns Geschmack ist, aber klar, für einige Leute gibt's
das durchaus. Vielleicht war ja er selbst ein Kapitän auf einem grossen
Schiff in einem früheren Leben, oder nur ein einfacher Fischer... Aber er
war ganz bestimmt etwas, was mit der See zu tun hatte. Ein jedes Mal, wenn er
auf die See hinaus schaut, meint er, sie hat schon seit Urzeiten zu ihm gehört...
Könnte es sein, dass er früher ein Fisch war ? - Tja, vielleicht, wer
weiss, ein grosser und majestätischer Schwertfisch...
Verdeluna meint, es wäre für sie sehr schwer zu glauben, dass sie jemals
in einem anderen Zeitalter als dem heutigen gelebt hätte. Zumindest in Europa
gibt es keinen Krieg, keinen Hunger, keine Epidemien. In einem anderen Zeitalter
zu leben, würde bedeuten, dass all das aufgegeben werden müsste...
Sie möchte am liebsten wiedergeboren werden als ein schmackhafter Pesce
Luna, ein Mondfisch !
Rai-Zusammenfassung:
- "Der Kuss" - Sandokan und Verdeluna unterscheiden zwischen Küssen
aller Art (zwischen Tieren, im Kino, zwischen Menschen), und sie erzählt,
dass sie gesehen hat, wie ihre Tochter ihren Verlobten, den Diskjockey, küsste.
- "Il bacio" - Sandokan e Verdeluna discettano di baci di tutti i tipi
(fra gli animali, nel cinema, fra esseri umani) e lei racconta di aver visto
sua figlia baciare il suo fidanzato dj.
#51
- 19. November 2007
Oh Lord, won't you buy me... Verdeluna sucht verzweifelt händeringend ein
neues Auto, sogar ein gebrauchter fahrbarer Untersatz wäre fantastisch,
schon 'mal vielen Dank im voraus !
Verbinden... Verbinden...
Aber Pirat Sandokan hat so gut wie keinerlei Ahnung, wenn es um diese neumodische
Errungenschaft genannt Auto geht. Nun ja, vielleicht könnte sich Verdeluna
sein Segelschiff für ein paar Tage ausborgen ? Ihr alter, treuer, heissgeliebter
Fiat 131 fährt jetzt für immer im Kreis auf Wolke 7 im Autohimmel,
jedenfalls, wenn es das ist, was Autos machen, wenn ihre Zeit auf Erden gekommen
ist. Verdeluna war gerade auf dem Weg zur Arbeit, als das geliebte Turbomobil
seinen motorischen Geist definitiv aufgab, während Verdeluna an einer Ampel
gerade darauf wartete, dass es endlich grün wurde. Und sie wurde prompt
begossen mit einem unablässigen Hagelschauer von leidenschaftlichen Beschimpfungen
der steuernden Insassen von den hinter ihr wartenden Autos.
Aber es gab mit dem 131er auch einen letzten seeeeehr erfreulichen Augenblick...
Hinter ihr hielt ein geradezu verboten gut aussehender Automonteur... Hey, warte
mal, war nicht dein Turbo-Trottel auch ein Automechaniker ??? Quatsch, was hat
denn das damit zu tun ! Der schöne junge Mann lud den kranken 131er kurzerhand
auf seinen Anhänger und nahm Fahrerin und Auto mit zu seiner Werkstatt.
Ha ! Sandokan lässt sich aber auf keinen Fall ins gesprächliche Abseits
drängen. Denn auch ihm ist 'mal etwas ähnliches passiert: Ihm brach
ein Mast auf seinem Segelschiff, und er wurde in Sicherheit gebracht von einem
Perlenfischer-Boot mit dem Namen "Schweigen" - mit, jawoll, einer geradezu
exquisiten Mannschaft an Bord, die ausschliesslich aus appetitlichen, gutaussehenden
Damen
bestand.
Halt' jetzt endlich 'mal deine Waffel, Sandokan, sei still, und lass' mich zu
Ende erzählen. Also, wo war ich gerade ? Der gutaussehende Monteur stieg
aus dem Auto, und sie befanden sich nun in, tja, nicht gerade in einer als normal
zu bezeichnenden Autowerkstatt. Es war vielmehr eine Art tropischer Park (Ah
! Ein Werkstatt-Park ! Davon gibts unzählige hier auf Mompracem !) Nun ja,
der Fiat war leider nicht mehr zu reparieren, sogar der tropische Halbgott mit
vielerprobtem
Schraubenschlüssel konnte nichts mehr ausrichten. Aber - siehe da ! Es gab
Palmen in diesem exotischen Garten, Bananen, sogar Affen und... Dinosaurier !!!
Aus alten Autowracks hergestellt !!! Vom tarzanischen Schönling höchstpersönlich
!!! Ein
T.
Rex,
ein
Bronto,
und
sogar
ein
-
Flyosaurus !!! Und so tröstet es doch ungemein, dass der gute alte Fiat
131 als ein modernes Kunstwerk enden wird - oder sollte man lieber sagen, ein
prehistorisches Kunstwerk ?
Sandokan legt Verdeluna ans Herz, ihre innere kindliche Seite auszuleben, voller
Verwunderung und Begeisterung - aber in der Realität verankert durch das
im
Leben erfahrene Wissen des Erwachsenseins und des Verantwortungsgefühls.
Es gibt nicht so etwas wie eine verkehrte Entscheidung. Was wirklich zählt,
ist deinem Herzen folgen... Stimmt, es gibt da eine Entscheidung, auf die ist
Verdeluna besonders stolz, und die würde sie wirklich niemals bereuen: dass
sie nun jede Nacht mit Sandokan chattet ! Und was wäre, wenn sie sich dazu
entschliessen würde, jetzt sofort nach Mompracem zu kommen, was würde
sie wohl dort erwarten ?
Ein Pink Floyd Konzert !
Yanez hat Roger Waters und David Gilmour dazu überredet, zum festlichen
Anlass der Eröffnung seiner Sushi Bar aufzutreten, sie wurde im Gedenken
an Syd Barrett auf Mompracem errichtet. Syd lebte schon ewig lange auf Mompracem,
schon seit er die Band verlassen hatte, und hatte seinen Guru in Yanez gefunden.
Leider erlag er schliesslich der Zuckerkrankheit, die er bekommen hatte wegen
seiner leidenschaftlichen Liebe für Süssigkeiten... Nick Mason und
Richard Wright werden ebenfalls zum Auftritt erwartet, ein ganz grosser Knaller,
von Yanez organisiert !
Oh, halt' mich ganz fest, Sandokan, halt' mich ganz fest, wenn David virtuos
auf seiner Gitarre klimpert...
Rai-Zusammenfassung:
- "131 Glücksmomente" - Verdelunas 131er
hat
den
Geist
aufgegeben,
und sie wurde von einem Automechaniker gerettet, der so schön wie Tarzan
war, und Dinosaurier aus Autowracks herstellt. Sandokan erzählt von Pink
Floyd auf Mompracem.
- "131 momenti felici" - La 131 di Verdeluna ha tirato le cuoia e lei è stata
salvata da un meccanico bello come Tarzan, che costruisce dinosauri con i rottami
delle auto. Sandokan racconta dei Pink Floyd a Mompracem.
#50
- 16. November 2007
Ich liebe die Nacht, wie jeder ehrenwerte Pirat... Verbinden... Verbinden...
Warten... So, wie ich sehnsüchtig auf den Wind warte, wenn ich aus dem Hafen
segeln will...
Sandokan hat Yanez bei der schweren Arbeit geholfen, dessen Kiosk mit neuen Säcken
voller Kaffeebohnen zu bevorraten, aber der Gedanke an das exquisite Kaffeearoma
schien die Säcke so leicht wie Federn werden zu lassen.
Apropos Federn, Verdeluna folgte einer Feder im Wind, zusammen mit ihrer kickboxenden
Jodel-Freundin Olivia. Es fing alles wie ein leichtes Spiel an, aber wurde dann
schnell ein ziemlich ernsthaftes Vornehmen. Und so verfolgten sie die kleine
Feder 'mal hierhin und 'mal dorthin, ihre Köpfe immer dem Himmel entgegengestreckt,
die Sterne zählend, bis die Feder schliesslich zum Hafen hin wehte. Und
dort schauten sie intensiv der kleinen Feder über dem Wasser nach, wie sie
höher und höher wehte, und auch immer weiter weg, übers Meer. "Auf
Wiedersehen," sagte Olivia, die Südtirolerin. "Auf Wiedersehen," sagte
auch Verdeluna. Porzellana ! Schreck, lass' nach ! Wir sind fast dabei ins Wasser
gefallen, nicht wahr ?
Und dann starrten sie einfach nur so in die Ferne, und ihre Stimmung wurde ziemlich
niedergeschlagen, bis Olivia ankündigte, dass sie nach Hause gehen würde
um einen Zucchini-Strudel zu machen. Und würde sie ihn dann auch ganz alleine
aufessen ? - Nein ! Morgen werde ich dir die Hälfte in dein Geschäft
bringen ! Eine sehr praktisch veranlagte Dame, meint Sandokan. Wenn sie Hamlet
gekannt hätte, wäre es eine Entscheidung gewesen von Strudeln oder
Nicht Strudeln...
Sandokan erklärt Verdeluna den Tag des Lichts, einem Festtag auf Mompracem,
an dem die Fischer Gegenstände aller Art am Strand an die Uferlinie setzen.
Diese Dinge repräsentieren verpasste Chancen im Leben. Wenn am nächsten
Tag die See einige der Sachen weggeschwemmt hat, bedeutet das, das sich bald
eine neue gute Gelegenheit im Leben ergeben wird.
Ernest Hemingway setzte einen Schwertfisch, der absichtlich ganz aus Zucker hergestellt
war, ganz nahe an den Wellen in den Sand, als Symbol für jenen Tag, an dem
er in einem altersschwachen Kahn zum Fischen in See gestochen war, nachdem er
von Yanez' exquisitem Kaffee gekostet hatte !
Als er von seiner Hochsee-Angeltour nach drei Tagen und drei Nächten wieder
zurückkehrte, führte Ernest das grösste Exemplar eines prachtvollen
Schwertfisches mit sich, was die Welt je gesehen hatte... der Fang war jedoch
so enorm gross und schwer gewesen, dass er den Fisch an der Seite seines Bootes
festgezurrt hatte, und der Schwertfisch war inzwischen ratzeputz von den Haien
verspeist. Hemingway ging zu seiner Hütte, und er liess sich eine ganze
Woche lang nicht blicken, bis - das Aroma von Yanez' Kaffee ihn wieder unter
die Lebenden zurück lockte...
Und ein anderer Fischer liess am Strand eine hölzerne Giraffe zurück,
sie war das Symbol für sein unstillbares Verlangen nach einer elegant-hälsigen
und gazellenhaften Ukulele-Spielerin, die 'mal die Insel Mompracem besucht hatte...
Verdeluna hat 'mal einen Safaripark
in Fasano zusammen mit dem Turbo-Trottel und ihren
Kindern besucht. Als eine Giraffe plötzlich anfing, die Windschutzscheibe
ihres Autos abzuschlecken, kam Renato auf die brilliante Idee, einfach zu hupen,
um sie zu verscheuchen. Das hatte jedoch zur Folge, dass ein völlig verschreckter
Elefant sich entschloss, sein dickes Hinterteil auf der Motorhaube des Turbomobils
zu parken, und der Turbo-Trottel machte erneut seinem Spitznamen alle Ehre; alle
lebenswichtigen Safari-Verhaltens-Warnungen in den Wind schlagend, stieg er kurzerhand
aus, um sich den Schaden an seiner geliebten Blechkiste anzusehen. Innerhalb
von Sekunden war er von einer grossen Herde aufgeregt schnatternder Affen umzingelt,
sie zogen ihn in Windeseile bis auf seine Unterwäsche aus...
Eine kleine zarte Feder hat sich gerade auf meinem Computer niedergelassen, Verdeluna,
die Feder, die Olivia und du bis zur See begleiteten. Ich werde sie bewahren,
und ich werde sie an die Flutlinie legen, am Tag des Lichts...
Rai-Zusammenfassung:
- "Der Tag des Lichts" - Verdeluna und Olivia jagen einer Feder
nach
bis hin zur See. Sandokan erzählt von den Feiern zum "Tag des Lichts" auf
Mompracem, Verdeluna berichtet von einem Ausflug zum Safaripark
in Fasano [Anm.: Küstenort südlich von Bari, Provinz Puglia].
- "Il Giorno della luce" - Verdeluna e Olivia inseguono una piuma fino
al mare. Sandokan racconta la festa del "giorno della luce" a Mompracem,
Verdeluna la gita allo zoo safari di Fasano.
#49
- 15. November 2007
Verdeluna müht sich damit ab, ein Ikea-Bücherregal zusammenzubauen,
während Sandokan draussen vor der Küste von Mompracem zwischen Korallenbänken
schnorchelt. Verdeluna liebt Halsketten aus Korallen, insbesondere jene, die
sie von ihrer Oma Benedetta bekommen hat, zusammen mit einem Glas selbstgemachter,
köstlicher, eiskalter Limonade. Und Sandokan erinnert sich immer wieder
gern an ein ganz bestimmtes italienisches Renaissance-Ölbild von Piero Della
Francesca, es stellt die Madonna mit dem Kinde dar, der kleine Jesus trägt
darauf eine Halskette aus vielen kostbaren Korallen [Anm.: wahrscheinlich Piero
della Francesca's Madonna di Senigallia, zirka 1474]. Wie kommt es denn, dass
Pirat Sandokan so gut über italienische Kunst informiert ist ? Durch einen
Kunstkalender, den Yanez mitgebracht hat, natürlich !
Und das bringt uns wieder zurück zum Ikea-Bücherregal.
Yanez hatte 'mal bei Ikea angefragt, ob sie sich für den Vertrieb seiner
selbstentworfenen Flatpack, Do-It-Yourself Galeonen interessieren, aber sie
konnten keine einzige Ikea-Geschäftsstelle finden, die gross genug war für
Yanez' Segelschiffe in Kartons. Und nun sucht Verdeluna ziemlich verzweifelt
nach der Bauanleitung, die ihren neuen Möbeln beigefügt war...
Sandokan, hiiiiiiiilf mir... !
In solchen Fällen gibt's wirklich nur eins: Zur Aaaaattacke !!!
Und dann, nach einer erneuten romantischen Flirterei zwischen den hellen Sternen
der dunklen Nacht, stellt Sandokan die wichtige Frage, die ihn am meisten interessiert:
was hat denn Verdeluna um Himmels willen mit ihrem neuen Bücherregal vor
? Nun, sie ist gerade dabei, ihr trautes Heim komplett auf den Kopf zu stellen,
und renoviert ausnahmslos alle Zimmer. War es denn nicht schon genug Stress,
endlich den Turbo-Trottel loszuwerden ? Man sagt doch, dass gleich an zweiter
Stelle nach dem Trauma einer Scheidung das Reno.. Rinozero.. Renovieren eines
Hauses das stressigste ist, was man nur machen kann !
- Verdeluna hat ein paar alte krakemickrige Möbelstücke auf und in
ihren treuen Fiat 131 getürmt und ist damit zur örtlichen Mülldeponie
gefahren um sie dort loszuwerden. Aber ehe sie überhaupt auf das Terrain
fahren konnte, umzingelten fünf Jugendliche ihr Auto, öffneten einfach
die Autotüren, und zerrten den ganzen Abfall aus dem Auto heraus. Während
Verdeluna einen ängstlichen Schrei ausstiess, fuhren sie schnell in einem
alten Lieferwagen weg, mit ihren abgedankten Sachen obendrauf...!
Sandokan ist ausser sich vor Wut.
Amateurpiraten !
Es sind genau diese selbsternannten Überfall-Experten, dilettantische Raubritter-Elemente,
die unseren ehrenwerten Piratenberuf in grossen Verruf bringen. Und überhaupt,
das ist genau das Problem mit euren Städten, ihr tut so, als ob die Probleme
garnicht vorhanden sind, anstatt ihnen mutig die Stirn zu bieten. So, und wie
sähe denn dann Sandokans Problemlösung aus ? - Oma Benedettas Limonade,
gratis für alle !
Rai-Zusammenfassung:
- "Die Koralle" - Sandokan schnorchelt entlang des Korallenriffs,
Verdeluna erzählt von einer Korallenkette, die ihre Grossmutter Benedetta
ihr als Geschenk gegeben hatte. Verdeluna möchte ihre Wohnung neu einrichten,
und sie hat mit einem Selbstbau-Bücherregal zu kämpfen, das höchst
kompliziert zusammenzubauen ist.
- "Il corallo" - Sandokan fa snorkeling lungo la barriera corallina,
Verdeluna ricorda di una collana di corallo che le aveva regalato nonna Benedetta.
Verdeluna vorrebbe ristrutturare la casa e sta litigando con una libreria componibile
complicatissima da montare.
#48
- 14. November 2007
Verdeluna hat zuhause sehr mit einem dauernd tropfenden Wasserhahn zu kämpfen,
aber es ist ja klar, wenn man einen Installateur dringend braucht, löten
und schrauben sie alle gerade anderweitig. Sandokan berichtet daraufhin, dass
Yanez ein Experte unter seinen Zunftgenossen des Klempner-Handwerks ist. Er hat
sogar 'mal den einzigen öffentlichen Trinkbrunnen auf Mompracem repariert,
der tropfte nämlich genau einmal in jeder Minute mit solch einem weithin
hörbaren dumpfen Aufschlag, dass ganz Mompracem nachts kein einziges Auge
zutun konnte.
Da musste also unbedingt Sandokans bester Freund, der portugiesische Klempner
mit der unentbehrlichen Kneifzange her - und Yanez mühte sich eine ganze
Woche lang mit dem vermaledeiten Wasserhahn ab - aber das nutzte leider alles
nix. Und dann - eines Tages hörten alle plötzlich ein lautes Getöse
aus dem Brunnenschacht, die Erde bebte, und sie hörten dann Yanez ganz fürchterlich
schmutzig fluchen.
Und dann: nichts, Stille ! Die Mompratschheimer hielten den Atem an und fingen
an zu zählen... 50 Sekunden... 58... 59... 60... 61... 62... nichts, Stille
! Aber innerhalb nur weniger Minuten fielen praktisch alle Einwohner der ganzen
Insel, völlig erschöpft, endlich in einen tiefen gesunden Schlaf !
Aber - wie hat Yanez, der professionelle Tropfenfänger, denn das bloss hingekriegt
? Nun, nachdem er praktisch eine Woche lang mit Schraubenschlüsseln, Schraubenziehern,
Fäusten und Stiefeltritten vergeblich versucht hatte, das nervige Getropfe
zu stoppen, gelang es ihm schliesslich, das Leck dicht zu stöpseln mit...
einer
Kaffeebohne.
Aber nun 'mal Spass beiseite, findet nicht auch Sandokan, dass die Wasservorräte
der Erde zur Neige gehen ? Die Amerikaner scheinen deswegen besonders besorgt
zu sein, aber eigentlich sind sie das ja immer...
Als sie noch ein kleines Mädchen war, ging Verdeluna mit ihrer Familie oft
zu einer nahe gelegenen Höhle um dort Wasser aus einem Brunnen zu holen.
Man nannte sie damals die Höhle der Geister, denn die ansässigen Schafhirten
verbrachten dort immer die Nacht mit ihrer Herde, und am nächsten Morgen
stellten sie immer wieder fest, dass ein paar der kleinen Lämmer nicht mehr
da waren. Und deshalb erzählte man sich, dass die Geister der Höhle
nicht nur vom Wasser allein lebten...
Hab' bitte keine Angst vor Geistern, meint Sandokan. Sie sind tatsächlich
mitten unter uns, aber wir brauchen sie auch für das Gleichgewicht unseres
Kosmos. Auch unser unerschrockener Seeräuber hat einen Geist an Bord seines
Segelschiffes, der spielt ihm immer dumme Streiche, indem er zum Beispiel das
Schiff rechtsumkehrt machen lässt, wenn es gerade direkt auf den Feind zusegelt,
und zwar genau in jener Sekunde, wenn Anführer Sandokan aus Leibeskräften
brüllt: Zur Aaaaattacke !!!
Aber bei einer anderen Gelegenheit bereitete der Geist dann Sandokan ein wirklich
ausgezeichnetes Frühstück, mit einem Kaffee, ui, der hatte sich gewaschen
! Yanez' exquisiter Kaffee war dagegen das reinste Plör-Gebräu, und
das will ja nun wirklich viel heissen...
Verdeluna ist fest davon überzeugt, dass der Geist gar kein Herrengespenst
sondern ein typischer Girl-Geist ist ! Piraten von der Seeschlacht ablenken,
und ihnen dann Kaffee machen, das sind doch eigentlich feminine Handlungsweisen,
nicht wahr ? Was würde denn Verdeluna an Stelle des Girl-Geists machen ?
Das ist doch klar; sie würde natürlich mit weiblicher Raffinesse dafür
sorgen, dass Sandokan im Bett bleibt, und den Kaffee gäbe es vom Yanez !
Aber halt, warte 'mal... Verdeluna bemerkt bei sich plötzlich ein Gefühl
von Frieden, Ruhe und Erleichterung... Und sogar der Wasserhahn in ihrem Bad
hat aufgehört zu tropfen... Könnte es etwa sein, dass...?
Rai-Zusammenfassung:
- "Tropfenweise" - Sandokan erzählt, wie Yanez den öffentlichen
Trinkbrunnen auf Mompracem repariert hat, der einen Tropfen Wasser pro Minute
verlor, auch Verdelunas Wasserhahn tropft. Sie erzählen sich auch einige
Geistergeschichten.
- "Goccia dopo goccia" - Sandokan racconta di come Yanez ha aggiustato
la fontanella pubblica di Mompracem, che perdeva una goccia al minuto, anche
il rubinetto di Verdeluna perde. Si raccontano storie di fantasmi.
#47
- 13. November 2007
Sandokan hat gerade die Kinder von Mompracem auf einer Kanufahrt begleitet, um
ihnen beizubringen selbstständig und unabhängig zu sein. Wer war denn
dann der kleine Leiter der Gruppe, der Anführer der kleinen Flotille ? Sandokan
meint, es ist noch viel zu früh für die Kinder um gegeneinander zu
konkurrieren, und sie sollten besser erstmal lernen Spass miteinander zu haben.
Aber wir leben nun mal in einer auf Wettbewerb beruhenden Gesellschaft, entgegnet
Verdeluna. Schau' dich in unserer Welt doch 'mal um und sieh' doch nur, wie sich
zum Beispiel die Verkehrsteilnehmer benehmen ! Egal, wohin sie wollen, sie wollen
alle unbedingt als erste am Ziel ankommen. Und wenn ich bedenke, dass meine eigene
Ziellinie im morgendlichen Stossverkehr Sir Hugo's Geschäft ist...
Verdeluna erzählt die Story von Debbie, einer Kalifornierin von italienischer
Herkunft, die im Alter von 55 Jahren ihre grosse Liebe heiratete, nachdem sie
die Hoffnung darauf eigentlich schon fast aufgegeben hatte. Pattie heisst ihre
Lebenspartnerin, eine Schulllehrerin, die sie in einem Kochkurs zur Herstellung
von Konditorei- und Backwaren kennengelernt hatte.
Das muss aber wirklich ein
zuckersüsses Zusammentreffen gewesen sein, kommentiert Sandokan. Ach, es
ist ja soooo langweilig, immer nur politisch korrekt sein zu müssen ! Aber
- obwohl er so gern den verbalen Clown spielt, zeigt Sandokan sehr grossen Respekt
vor zwei Menschen, die unbeirrt der Stimme ihres Herzens folgen ohne sich um
gesellschaftliche Vorurteile oder Diskriminierung zu kümmern.
Eheschliessungen auf Mompracem finden jedoch ausschliesslich zwischen Mann und
Frau statt, berichtet Sandokan. Und die Hochzeitsfeiern sind wirklich grossartig
anzuschauen. Die Hände und Füsse der Braut werden kunstvoll mit Henna
bemalt, der Bräutigam kommt auf einem geschmückten Pferd daher, und
die Hochzeitsnacht des Paares spielt sich inmitten von tausenden wohlriechenden
Düften aus dem Morgenland ab.
Nacht des Morgenlandes, Nacht der Liebe - oh, wie ich es liebe, von der Nacht
umschmeichelt zu sein... Komm, lass' uns füreinander das Sahnehäubchen
der Liebe sein, du wärest dann mein leckeres Traumtörtchen und ich
wäre dein grosser saftiger Liebesknochen...[Anm.: im italienischen Originaltext
ein
kleines
Wortspiel: baba au rhum; kleine sehr leckere doughnut-artig geformte
Kuchen aus
Hefeteig, reichlich getränkt in Rum, Schlagsahne, -- 'tschuldigung, muss
jetzt
leider sofort und unbedingt zum Bäcker...]
Rai-Zusammenfassung:
- "Was soll ich sagen..." - Verdeluna berichtet von der Lovestory
zwischen
Debbie, einer Frau italienischen Ursprungs, und Pattie, einer Schullehrerin,
und von deren Hochzeit; Sandokan erzählt, wie Hochzeitszeremonien auf Mompracem
stattfinden.
- "Dico che ?" - Verdeluna racconta la storia d'amore di Debbie, donna
di origini italiane e Pattie, maestra e del loro matrimonio; Sandokan racconta
come si svolgono i matrimoni a Mompracem.
#46
- 12. November 2007
Sandokan hätte doch fast den Chat heute abend mit Verdeluna verpasst, er
war nämlich vor der Küste von Mompracem mit Yanez tauchen gegangen,
und er wurde von der Strömung beinahe aufs offene Meer hinaus gespült.
Verdeluna macht sich fürchterlich grosse Sorgen wegen der Gefahren, in die
sich ihr Pirat immer wieder begibt - sehr zu Sandokans Entzücken. Auch er
würde sich im umgekehrten Fall sehr um Verdeluna sorgen !
Verdelunas Bruder Walter, der Priester, hat einen neuen Trend in seiner Gemeinde
gestartet: eines Abends ging er zu dem grossen Baum vor seiner Kirche und band
eine Nachricht, die seine tiefsten Gefühle ausdrückte, an einen der
Zweige des Baums. Noch in derselben Nacht tauchten am Baum mehrere andere Zettel
mit Nachrichten auf, und die originelle Idee fand grossen Anklang. Und jetzt
hat Walter seine Schwester Verdeluna gebeten, auch einen Beitrag für den
Baum der Nachrichten beizusteuern, aber sie ist überzeugt davon, dass die
einzigen Worte, die sie zu Papier bringen könnte, lauten würden: "Nieder
mit dem Turbo-Trottel !!!"
Walters Nachricht hatte zum Inhalt, dass die menschliche Seele nicht in einem
Bereich des Lebens glücklich sein und gedeihen kann, wenn sie sich in einem
anderen Lebensbereich schlecht benimmt. Das Leben ist einzigartig, ganzheitlich,
und unteilbar. Das ist ja eine Anschauungsweise von Gandhi, meint Sandokan erfreut
und anerkennend.
Verdeluna ist verzweifelt ! Was soll sie denn nur schreiben, was tiefschürfend
genug ist, um vor dem Urteil ihres Bruders Walter zu bestehen ? Schau dich doch
um, Verdeluna, die Welt ist voller Zeichen, Signale und Botschaften, und nichts
geschieht auf der Welt ohne einen Grund. Unsere Aufgabe ist es, diesen Grund
verstehen zu lernen.
Verdeluna hat eine Schildkröte im Garten ihres Apartment-Hauses gefunden.
Ist etwa auch das ein Zeichen ? Gewiss ! Älter als sogar die Zeit selbst,
ist die Schildkröte eine Kreatur voller Geheimnisse. Ihre Oberseite ist
rund wie der Himmel über uns, und ihre Unterseite ist flach wie die Erde,
auf der wir stehen. Der Mensch ist unvollkommen, und die Natur ist sein ergänzendes
Gegenstück.
Oh, wie sehr vermisst Verdeluna ihren Sohn Valerio, den Piraten der Moderne,
der auf den sieben Weltmeeren zur See fährt, immer dorthin, wo ihn die Winde
des Lebens hinführen ! Neulich lag sein Schiff vor Anker in Port Royal,
Jamaica, einem viele Jahrhunderte lang gefürchteten und berüchtigten
Seeräubernest. Kein einziger der Passagiere auf seinem Kreuzfahrtschiff
konnte in jener Nacht an einen ruhigen Schlaf denken... Zur Aaaaattacke !!!
Könnte Sandokan denn vielleicht einen tiefsinnigen Gedanken für Walters
Baum der Nachrichten in Worte fassen ? Nun ja, also gut: Das Wesen des Meeres
ist nicht immer ruhig und gelassen; das gleiche gilt für das Meer des Lebens...
Rai-Zusammenfassung:
- "Die Zeichen" - Verdeluna hat die Absicht eine Nachricht zu schreiben
um sie dann an einen Zweig ihres Bruder Walters Baum der Nachrichten zu binden.
Zusammen mit Sandokan denkt sie nach über die vielen Zeichen und Signale
der Natur, die sie lernen muss zu entziffern.
- "I segni" - Verdeluna è intenta a scrivere un messaggio da
legare su un ramo dell'albero dei messaggi di suo fratello Walter. Insieme a
Sandokan riflette sui tanti segni e messaggi delle natura, che bisogna imparare
a decifrare.
#45
- 9. November 2007
Sandokan hat gerade grosse Scharen von Zugvögeln, die über Mompracem
hinwegfliegen, beobachtet. Sie sahen aus wie tausende fliegende Engel, gegen
den Hintergrund des sanften Mondlichts ! Sogar ein Pirat hätte nicht ihren
Mut und ihre Entschlossenheit, mit der sie das Land ihrer Sehnsucht erreichen
wollen, und am Leben bleiben, egal, wie. Auch nicht unser tapferer Pirat Sandokan
? Nun ja, das ist schon etwas anderes.
Zur Aaaaattacke !!!
Tantchen Assunta, die Schwester von Verdelunas Oma, wanderte im Alter von 15
Jahren nach Argentinien aus. Mitten im Atlantik wurde ihr Schiff von einem furchtbaren
Sturm getroffen; sogar die stämmigsten Männer, gestandene Kerle unter
ihnen, waren betend auf ihren Knien, und küssten verzweifelt die Rosenkränze
ihrer Frauen. Als sie in Buenos Aires ankam, erwartete sie ihr Vater schon dort
um sie zu begrüssen, und sie freute sich so sehr über das Wiedersehen,
dass sie in Ohnmacht fiel. Man musste sie in eine Bar in der Nähe tragen.
Als sie dann wieder zu sich kam, war sie umgeben von einer ganzen Gruppe von
Männern, sehr zu ihrer grossen Verlegenheit. Ihre Familie hatte eine riesige
Farm am Rande der Stadt. Die argentinische Regierung gab grosse Parzellen Land
an Einwanderer, und die Italiener brachten damals ausgezeichnete landwirtschaftliche
Fähigkeiten mit sich. Aber es war sehr schade, dass sie deswegen alle ihr
Heimatland Italien verlassen mussten - Mhm, da ist sie schon wieder schuld: die
verdammte Globus...Glühbir... Globalisation !
Die Einwanderer hatten auch einen ganz besonderen Plan: Sie wollten den Gemeindeplatz
von San Lorenzo, ihrer Heimatstadt in Italien, an den sie sich so gern erinnerten,
detailgetreu nachbauen - Kirche, Kneipe, Apotheke, Tabakwarengeschäft und
alles andere auch ! Sie brauchten dafür ganze sieben Jahre, dann gab es
ein kleines Fleckchen Italien in Argentinien. Und nachdem diese Mammutarbeit
endlich abgeschlossen war, veranstalteten sie eine Riesenparty um das Ereignis
gebührend zu feiern ! (Die wahre Geschichte der Menschheit wird von ganz
gewöhnlichen Helden des Alltags geschrieben, die ihre Lebensträume
beharrlich und unverzagt in die Tat umsetzen, genau wie hier, ist sich Sandokan
sicher...)
Und dann... traf Assunta dabei ihren späteren Ehemann, Onkel Dante. Sie
verliebten sich beide sofort heftig ineinander. Nach ziemlich kurzer Zeit war
sich Onkel Dante seiner Herzenssache völlig sicher, und er beschloss kühn,
er würde um Assuntas Hand anhalten - während sie beide gerade einen
leidenschaftlichen Tango tanzen würden ! Es gab dabei jedoch ein kleines
Problem: Onkel Dante hatte zwei linke Füsse, die ihn zu einem geradezu miserablen
Tänzer machten - und er wollte sich doch nicht zum Gespött der Leute
machen in diesem Land, das den Tango erfunden hatte... Und deshalb nahm er klammheimlich
Tanzunterricht. Er beschloss, wenn Assunta irgendwann dahinter kommen würde
und deswegen eifersüchtig werden würde, dann würde er ihr einfach
erzählen, dass er ausschliesslich mit Partnerinnen getanzt hätte, die
eine Maske trugen...
Und dann war er da, der grosse, entscheidende Abend... Eine Tanzdiele, eine Musikkapelle,
der Mond, die See - und nach einer durchtanzten Nacht mit leidenschaftlichen
argentinischen Tangos bis zum Abwinken, stellte Onkel Dante schliesslich an seine
Herzallerliebste die Frage aller Fragen ! Sie waren das glücklichste Paar,
was man sich denken konnte... Als sie nach sehr vielen Jahren in das heimatliche
San Lorenzo in Italien zurückkehrten, kauften sie sich ein kleines Häuschen,
umgeben von vielen Kastanienbäumen. Und an so manch einem schönen Abend
legten sie eine Schallplatte mit Tangos auf dem Grammophon auf und tanzten bis
in den Morgen, einander fest umschlungen haltend, so als ob es immer wieder aufs
Neue jener allererste Tango der beiden jungen Verliebten war.
Und was, wenn ich Dich bitten würde, mit mir einen Tango zu tanzen ? Wir
würden uns endlos drehen im Wirbel der Leidenschaft inmitten der Pampa...
Seufz, leider - es ist einfach zu schade, dass das alles nur erfunden ist, nur
in der Fantasie des Internet-Chatters existiert... Aber nicht alles, Verdeluna,
beileibe nicht alles...
Rai-Zusammenfassung:
-
"Buenos Aires" - Verdeluna erzählt davon, als ihre Tante Assunta
nach Buenos Aires auswanderte, und sie Onkel Dante kennenlernte, und dann die
Kirchen, als er sie heiratete, und sie zusammen Tango tanzten. Werden auch Sandokan
und
Verdeluna miteinander einen Tango beginnen ?
- "Buenos Aires" - Verdeluna racconta di quando zia Assunta emigrò a
Buenos Aires e conobbe zio Dante, che le chiese di sposarla ballando il tango.
Anche Sandokan e Verdeluna si lanciano in un tango?
#44
- 8. November 2007
Hallo, bist du da, oh du mein Freibeuter der himmlischen Wunder ? Klar, hier
bin ich, wie immer. Letzte Nacht habe ich doch tatsächlich noch eine Flaschenpost
an den Stränden von Mompracem gefunden. Ich möchte einen majestätischen
Baum inmitten meines Zimmers pflanzen, so hiess es in der darin enthaltenen Nachricht,
und mein Haus in ein grosses, stattliches Segelschiff verändern. Als Unterzeichnete
grüsst: Verdeluna !
Aber auch Verdeluna hat eine Art Flaschenpost gefunden. Sie begleitete ihre junge
Kollegin, die Sängerin Martina, zur Haltestelle der Buslinie Nr.59, die
sie immer nimmt, um nach Hause zu kommen. Es regnete in Strömen. Und während
sie sich beide umdrehten um nicht von einem durch eine Pfütze vorbeifahrenden
Auto durchnässt zu werden, sah Verdeluna es plötzlich... ein altes
Buch, es lag auf der Wartebank der Bushaltestelle. Erst wartete sie, bis Martina
in den 59er Bus eingestiegen war, dann hob Verdeluna das Buch auf. Das Buch enthielt
einen Zettel: "Lese mich, und lass' mich dann da liegen, wo du meinst, ein
neuer Leser könnte mich dort finden." (Sandokan hat 'mal eine ähnliche
Idee mit Herrn Feltrinelli diskutiert, als der Herausgeber auf Besuch auf Mompracem
war, aber irgendwie wurde die brilliante Idee nie so richtig zum Bestseller...)
Bei dem Buch handelte es sich um "Der geheime Teilhaber", von Joseph
Conrad - fast ein Kollege von mir, meint Sandokan dazu erfreut. Sandokan kennt
die Story des Romans ziemlich gut, von dem anonymen Kapitän, der den geheimnisvollen
Legatt vom beinahe sicheren Ertrinkungstod rettet, später dann jedoch herausfindet,
dass eben dieser fremde Mann, der ihm, dem Kapitän, so verblüffend ähnlich
sieht, tatsächlich einen Seemann getötet hat. Trotzdem, er versteckt
den Flüchtling und bringt ihn in Sicherheit, unter grosser persönlicher
Gefahr.
Würdest du mich denn in deinem Herzen verstecken, Sandokan, wenn ich ein
fliehender Mensch wäre ? Wir sind zwei verwandte Seelen, dazu bestimmt,
zusammen auf den Weltmeeren zu segeln, Flüchtlinge der Liebe, Kapitäne
unserer Leidenschaften. Und, wo wirst denn du das Buch hinterlegen, wenn du es
gelesen hast ? Im Supermarkt, vielleicht, oder im Kino, oder ich könnte
es eventuell auch wieder an der Bushaltestelle zurück legen.
Verdeluna - auch sie - war vor vielen Jahren 'mal ein blinder Passagier. Nicht
auf einem Schiff, aber in einem Hotel auf Sardinien, das war 1982, als Italien
gerade die Fussball-Weltmeisterschaft gewonnen hatte. Verdeluna und ihre Freundin
Francesca hatten damals ihr Zelt an der Costa Smeralda aufgeschlagen, in der
Nähe des überaus eleganten Hotel Bristol, und sie wurden neugierig.
Noch immer in ziemlich ausgelassener Stimmung nach dem grossen Fussball-Triumpf,
redeten sie sich geschickt an der Rezeption vorbei und... WOW!!! Diese Betten
!!! Diese Räume !!! Sie verbrachten eine ganze Woche damit, von einem freien
Zimmer zum nächsten freien Zimmer zu ziehen, und kannten schnell alle Personal-Eingänge,
und natürlich auch die Notausgänge... Verdeluna hatte noch nie so viel
Spass in ihrem Leben wie damals, auch wenn sie heutzutage ihre Beteiligung an
und ihr Wissen von diesem Ereignis gegenüber ihrer Tochter Patrizia einfach
abstreiten würde...
Und sie haben euch wirklich nie entdeckt ? Wow, ihr seid echte Piraten gewesen
!!!
Rai-Zusammenfassung:
- "Das Buch" - Verdeluna findet Conrads Buch Der geheime Teilhaber
an der Bushaltestelle, und diskutiert mit Sandokan die Rolle des Agenten und
des Kapitäns. Verdeluna erinnert sich daran, als sie heimlich eine Woche
lang im Hotel Bristol auf Sardinien lebte.
- "Il libro" - Verdeluna trova il libro Il Compagno segreto di Conrad
alla fermata dell'autobus, parla con Sandokan del ruolo del clandestino e del
comandante. Verdeluna racconta di quando visse da clandestina all'Hotel Bristol
in Sardegna per una settimana.
#43
- 7. November 2007
Verdeluna ? Hättest du Lust, heute abend zu mir zu kommen und mit mir zu
spielen ? Das hängt doch sehr von dem Spiel ab, Sandokan. Nun, dann erzähl'
mir 'mal deine Wünsche, und heute abend werde ich sie dir alle erfüllen
!
Tja, du könntest damit anfangen, dass du das nagelneue Auto meines Ex vom
Erdboden verschwinden lässt... Du solltest 'mal sehen, wie er es flott über
die Strassen jagt um damit das Vannessa-chen zu beeindrucken - nein. Noch viel
besser: verpass' dem Auto immer wieder einen neuen, tiefen Kratzer, entlang der
ganzen Seite, und zwar jeden Morgen. Okay - und nachdem ich also das Trottelmobil
verunstaltet habe, was möchtest du denn dann als nächstes ? Du hast
zwei Wünsche frei, also darfst du dir noch einmal 'was wünschen. So
sind immer die Regeln in dieser Art Spiel. Aber beeil' dich, es ist schon beinahe
Morgen...
Oh - klar, jetzt weiss ich's !!! Ich möchte dich ! - Oder ist das viel zuviel
gewünscht ? Ist es ein zu grosses Verlangen ? Verdeluna, es ist auch mein
innigster Wunsch, mein ganz eigenes Verlangen. Warum setzen wir unseren gemeinsamen
Wunsch nicht ganz einfach in die Tat um ? - Yanez und ich sind gerade in Italien
!
Sandokan ! Wo bist du ?!? Ich bin am Strand von Positano, in der Nähe von
Neapel, wo Yanez gebeten wurde, morgen offiziell einen Strandkiosk zu eröffnen...
Ohhhhh Sandokan,
sagmirdasdasnichtwahristsagmirdumachstnurspasssagmiresistallesnureindummesspiel...
Und
wenn du mir genau das sagst, werde ich völlig ausser mir sein, ich werde
mich so todunglücklich fühlen wie ein Kind, dem man sein Eis weggenommen
hat, nein, seine
Geburtstagstorte !
Hier liegt heute abend ein intensiver Duft von Espresso in der Luft... Yanez
und der Kioskbesitzer nehmen Feinabstimmungen an ihrer Espressomaschine vor,
damit alles tip-top für die grosse Eröffnung morgen ist. Wenn ich aus
dem Fenster sehe, kann ich die Kirche von San Pancrazio sehen, auf halbem Wege
zwischen Positano und Amalfi. Ich habe es dir doch erzählt, Verdeluna, ich
bin hier, ich bin ganz in der Nähe von dir...
Oh Sandokan, wenn du nur Spass machst, werde ich dich wirklich umbringen... Nein,
ich habe immer auf diesen Tag gewartet, mein ganzes Leben lang... Ich werde jetzt
sofort ins Auto steigen, ich bin schon auf dem Weg zu dir... Ich warte auf dich,
Verdeluna ! Der Tiger von Malaysia wartet gerade auf dich, und er tigert dauernd
ungeduldig den Vesuv 'rauf und runter...
Oh Sandokan, Sandokan, wo bist du.........
Oh Sandokan, ich bin über dem Computer-Keyboard eingeschlafen, wartend auf
unseren Chat. Warte, warte, verbinden, verbinden, warten, warten... Bittebittebitte,
melde dich doch !!!
Verdeluna ?
Sandokan ?
Wo bist du ?
Auf Mompracem, wie immer !
Und wenn ich sagen würde Positano, Sandokan ?
Du meinst die Kirche von San Pancrazio, den Vesuv ?
Wie kommt es, dass du diese Orte kennst ?
Ahhh, vor einigen Jahren kam ein italienischer Fischer zufällig 'mal nach
Mompracem, und wir sprachen ziemlich lange über die Schönheit der Amalfi-Küste...
Und ich träumte gerade, dass wir uns jetzt dort treffen würden, in
der berühmten Grünen Grotte, mit ihrem smaragd- und türkisfarbenen
Wasser...
In jeder Nacht, kurz bevor wir einschlafen, setzt sich der Schöpfer der
Träume zu uns an unser Bett, und studiert unsere tiefsten Gefühle.
Und
dann baut er eine Brücke, die die Träume und die Realität miteinander
verbindet, zwischen dem letzten Schimmer des Mondlichts und den ersten Strahlen
der Sonne.
Gib' mir deine Hand, Sandokan, und lass' uns jene Brücke zusammen überschreiten...
Wirklich zu dumm, dass Internet-Chatter alles immer nur erfinden... Mhm, genau
wie in deinen Träumen, Verdeluna, nicht alles, beileibe nicht alles...
Rai-Zusammenfassung:
- "Morpheus" - Verdeluna ist um Sandokan zu treffen in Positano, dann
wird sie wach und realisiert sich, dass es nur ein Traum war.
- "Morfeo" - Verdeluna sta per incontrare Sandokan a Positano, poi
si sveglia e si accorge che si trattava solo di un sogno.
#42
- 6. November 2007
Eine Welt ohne Chat wäre eine Welt voller langer Telefonate, voller Stapel
Briefe, gestopft in Schuhkartons... Um zu chatten, braucht man weder Briefumschläge
noch Briefmarken. Sende ganz einfach deine Message ins Universum hinein und warte
ab, was dann zu dir kommt. Wie eine Flaschenpost, zum Beispiel... Verbinden...
Verbinden... Warten...
Sandokan, heute ebenfalls ein Opfer dieser Internet-Nostalgie, ist ein Fan von
Flaschenpost. Es gibt ziemlich viele angespülte Flaschen an den Stränden
von Mompracem. Eines Tages, er suchte gerade nach Muscheln, grub der Pirat aus
dem Sand eine alte Flasche aus. Nein, nicht irgendeine Flasche: nichts geringeres
als eine Flasche vom feinsten Champagner, Dom Perignon, Jahrgang 1910... Darin
befand sich eine Mitteilung, geschrieben in portugiesisch, die Sandokans Freund
Yanez ihm dann übersetzt hat. Ein Musiker beschreibt, wie er fortdauernd
immer weiter gespielt hat, ohne aufzuhören, bis zum umfallen, wie er dann
die Champagnerflasche gefunden und ausgetrunken hat, und wie er dadurch das Leben
bejaht hat, wenige Augenblicke bevor es ganz sicher enden würde, wie er
seine allerletzten Gedanken schliesslich erst dem Papier anvertraut hat, und
dann der grossen Flasche...
Moment mal, 1910... könnte das dann nicht die Titanic gewesen sein ? [Anm.:
die Titanic ging 1912 unter] Verdeluna ist bei diesem Gedanken überhaupt
nicht froh, sie denkt sofort an ihren Sohn, der auf den sieben Weltmeeren zuhause
ist... Sie erinnert sich daran, wie furchtbar gern er als Kind Trompete spielte,
und sie niemals auch nur eine Minute aus der Hand legen wollte. Aber wie kommt
es dann, dass er schliesslich Koch geworden ist, und nicht Musiker ?
Er fing an, für die Familie Pasteten zu backen, und da er nie selbst eine
gegessen hat, wurde er mit der Zeit immer dünner, und sie alle wurden dicker.
Es waren ganz ausgezeichnete Pasteten...
Und, nimmt Verdeluna denn nun Gesangsunterricht ? Öh, nö. Sie ist viel
zu sehr eingeschüchtert von der Anwesenheit von Martina, der talentierten
Sängerin und Verkäuferin. Betrachte es doch einfach wie eine Art Spiel,
und geniesse es, deine eigenen Talente zu entdecken und zu benutzen, meint Sandokan
dazu. Es wäre doch wirklich schade 'drum !
Verdeluna hat neulich auf dem Flohmarkt einen wunderschönen alten Globus
gekauft - und das erste, was sie tat, war Mompracem darauf suchen. "Ich
kann es nicht finden !", beklagte sie sich sofort beim Verkäufer. Tja,
Mompracem ist schon eine ziemlich seltsame alte Insel, antwortete er. Wenn man
sie wirklich finden will, dann ist sie auch ganz bestimmt da, und wenn man sie
nicht finden will, dann ist sie eben nicht da. Wie auch immer, bestellen sie
doch dem 'Tiger' dann 'mal schön viele Grüsse von mir !
Wäre es nicht ganz nett, wenn man die Welt nach seinen eigenen Gesichtspunkten
einfach neu gestalten könnte ? Verdeluna würde die Insel Elba gegen
Mompracem eintauschen. Das würde ihr Sandokan viele Seemeilen näher
bringen ! Aber würden die Italiener das denn gut finden ? Das Mittelmeer
wäre ja dann voller Piraten... Zur Aaaaattacke !!!
Dann könnten wir die USA gegen Afrika auswechseln, oder England und Sri
Lanka vertauschen, oder - uuuiii, welch' ein Gedanke - Neapel gegen Mailand !
Rai-Zusammenfassung:
- "Dom Perignon" - Sandokan erzählt, dass er eine Flaschenpost
gefunden hat (eine Champagnerflasche Dom Perignon aus 1910): es stellt sich heraus,
dass es sich um eine Botschaft von einem Schiffbrüchigen der Titanic handelt.
Verdeluna erinnert sich an Valerio, als er als kleines Kind damit begann, Trompete
zu spielen.
- "Dom Perignon" - Sandokan racconta di aver ritrovato un messaggio
in bottiglia (un Dom Perignon del 1910): si tratta del messaggio di un naufrago
del Titanic. Verdeluna ricorda Valerio quando cominciò a suonare la tromba
da piccolo.
#41
- 5. November 2007
Sandokan denkt gern zurück an seine Reise nach Wien, mit Yanez, wo sie von
Riccardo Muti zum grossen Neujahrskonzert eingeladen waren. Der Maestro hatte
'mal Mompracem besucht, wo der Kaffee-Granita mit Sahne ihm so ausgezeichnet
beim Yanez geschmeckt hatte, dass er ganz einfach den beiden Freunden eine ähnlich
herrliche Sache als Gegenleistung zukommen lassen wollte. Ahhh Wien, urleiwand,
das Konzert damals... es war, als ob die Zeit selbst einfach stehen geblieben
war, und alle im 3/4-Takt walzenden Damen dort waren so wunderbar gekleidet wie
einst die Kaiserin Sissi...
Komm', lass' uns tanzen... Eins, zwei, drei, es dreht sich alles wunderbar in
unseren Köpfen... Halt' mich ganz fest... Wir sind in einem grossen Saal
voller Spiegel, die das Licht der Kronleuchter hoch über uns reflektieren...
Aber vor allem reflektieren sie den strahlenden Glanz deines glücklichen
Lächelns, Verdeluna. Das macht mein wild klopfendes Piratenherz ganz schwindelig...
Ooooh Sandokan, bitte, halt' mich so fest, dass ich kaum noch atmen kann... Zur
Aaaaattacke !!!
Und dann gibt's auch noch Yanez' Tante Faustina, die letzte ihrer Zunft in einer
langen Reihe von Luftsammlern.
SANDOKAN!!! Nein, ich mache echt keinen Spass
! Sie fängt die Luft von wichtigen Ereignissen in kleinen Glas-Ampullen
ein, um darin die Erinnerungen, die Stimmungslage am Ort, einzufangen. Sie hat
die ganze Welt bereist, den Duft der weiten Welt schnüffelnd und emsig flaschenfüllend
die wahren Erinnerungen der Menschheit... Pink Floyd spielt in Pompeii ? Sie
ist mit ihren Ampullen dabei ! Die Berliner Mauer fällt ? Tantchen hat natürlich
ooch 'n bisschen Berliner Luft abjefüllt, nicht in Dosen, sondern in ihre
kleinen speziellen Glasfläschchen. Ein Meteorit schlägt in Alaska ein
? Sie sitzt schon längst 'drauf - wie Münchhausen auf seiner Kugel,
schon bevor der 'Ausserirdische' überhaupt die Erde berührt. Die royale
Luft von Grace Kellys Amtseinführung als Prinzessin von Monaco ist in ihrem
persönlichen Ampullen-Archiv vorhanden, und sogar - niemand weiss, wie sie
das hingekriegt hat - die erste Mondlandung !
Wenn man einen ihrer kleinen Behälter öffnet, ist man sofort sekundenschnell
zurückversetzt in genau jenen Augenblick, in dem die Luft 'geerntet' wurde,
in all seiner Intensität, in all seiner sensuellen Herrlichkeit. Man kann
das jedoch nur ein einziges Mal machen. Die Ampulle wird, einmal geöffnet,
ihren einmaligen Luftinhalt sofort verlieren, und das Erlebnis kann nicht wiederholt
werden.
Sandokan öffnet eine Ampulle, extra für Verdeluna, und sie fühlt
sich sofort zurückversetzt in die Zeit, als sie eine Schiffsreise nach Lissabon
mit ihrem Sohn Valerio machte. Übrigens, er ist jetzt tatsächlich ganz
doll verliebt in seinen mexikanischen Astrophysiker, Pedro Miguel.
Verdeluna erinnert sich an ein anderes wichtiges Ereignis. Valerio war von einem
Auto angefahren worden, und lag einige Wochen lang im Koma. Sie war ununterbrochen
an seinem Krankenbett, und weigerte sich dort wegzugehen, bis er schliesslich
wieder zu Bewusstsein kam. Oh, wie sie in jenem Augenblick das Leben liebte !
Sandokan öffnet ein weiteres Fläschchen, und ja ! ja ! genau so war
das damals !!!
Vor drei Jahren ist Patrizia von zuhause weggelaufen, nachdem Verdeluna einen
besonders hässlichen Streit mit dem Turbo-Trottel gehabt hatte. Sie suchte
ihre Tochter die ganze Nacht hindurch, aber - es gab keine Spur von ihr. Doch
schliesslich fand sie ihr 14-jähriges Mädchen am Bahnhof, Patrizia
studierte gerade die Tafel mit den Fahrplänen. Und so kauften sich Mutter
und Tochter dort an Ort und Stelle einfach Fahrkarten nach Paris, ganz spontan.
Hat Sandokan denn etwa die Ampulle auch zu jenem Erlebnis ? - Und ob er die hat...
Ahhh Sandokan, du must Faustina unbedingt dazu bringen, auch unsere gemeinsamen
Erinnerungen in ihren Fläschchen einzufangen !
Rai-Zusammenfassung:
- "Faustina" - Sandokan erzählt die Story von Tante Faustina,
der neunzig-jährigen Tante von Yanez, die Luft von den wichtigsten Ereignissen
der Geschichte in speziellen Ampullen-Fläschchen sammelt. Verdeluna lässt
sich
die
Luft
"entkorken" von zwei ihrer wichtigen Erinnerungen an Valerio und
Patrizia.
- "Faustina" - Sandokan racconta la storia di zia Faustina, la novantenne
zia di Yanez che raccoglie l'aria degli avvenimenti più significativi
della storia in apposite ampolline. Verdeluna si fa "stappare" l'aria
di due suoi importanti ricordi con Valerio e Patrizia.
#40
- 2. November 2007
Heute ist Nachtnetzeule Verdeluna so bittersauer wegen Sandokans Verspätung
zum
Chat,
dass sie beinahe ihren Computer abstellt. Sandokan möchte ein Gebet sprechen
für einen vor langer Zeit verstorbenen Freund, der 'mal nach Mompracem gekommen
war: Pier Paolo Pasolini. Er war ein ausgezeichneter Fussballer, und Sandokan
erinnert sich genau daran, wie er eines Tages ein nahezu unmöglich erscheinendes
Kopfball-Tor gegen den Affen Darwin erzielt hat, mithilfe von Yanez.
Und als ob das schon nicht toll genug gewesen wäre, er hat auch 'mal die
Insel von einer schlimmen Pelikan-Plage befreit, indem er die Vögel, ganz
so wie der Rattenfänger von Hameln, zu einer Versammlung mit den Fischern
von Mompracem draussen bei Yanez' Kiosk gelockt hat, um dort ihre Streitigkeiten
zu schlichten. Er fand heraus, dass Pelikane mithilfe ihrer Füsse miteinander
kommunizieren, und so erlernte er dann einfach ihre Sprache. Und bis zum heutigen
Tag halten sich beide Parteien, sowohl die Pelikane als auch die Fischer, nur
auf ihrem jeweils eigenen Gebiet auf der Insel auf, und zwischen allen herrscht
deshalb Friede, Freude und Fischstäbchen. Ist das denn echt wahr ??? Öh,
nö - es ist eine kleine Fabel, die sich die Mompratschheimer gern erzählen
bei einer Tasse exquisitem Kaffee. Aber wie auch immer, Pasolini hatte solch
einen tollen Blick fürs Wesentliche und fürs pralle Leben, dass er
von allen wirklich geliebt und tief verehrt wurde.
Sandokan erinnert sich auch daran, wie sie zusammen eine Bühnenproduktion
von Shakespeares Othello inszeniert haben, mit selbstgemachten sizilianischen
Marionetten [Anm.: berühmtes Marionettentheater, so ähnlich beliebt
wie Augsburger Puppenkiste in Deutschland], die Pier Paolo leidenschaftlich gern
mochte. Sandokan sprach die Rolle des Othello, und Pasolini die des Iago, seines
Gegners. Yanez war Desdemona, Othellos Frau, die er in einem Anfall von eifersüchtiger
Raserei tötet, nachdem man ihm ganz gemein vorgeschwindelt hatte, dass sie
ihm untreu gewesen war. Die Story kam jedoch garnicht gut an beim Publikum auf
Mompracem, wo die Piraten Verrat als das schlimmst mögliche Vergehen gegen
die Menschheit betrachten. Die Schauspieler sahen sich schliesslich gezwungen,
das Drama sofort abzubrechen - unter einem nicht enden wollenden Wurfgeschoss-Schauer
von Kokosnüssen, Stühlen, Mangos, und sogar Strausseneiern !
Und als die drei Haupt-Sprechrollen dann später zusammen auf dem Strand
sassen, sagte Pasolini, die Bürger von Mompracem waren völlig im Recht
um gegen Unaufrichtigkeit und Verrat zu rebellieren. Und dann seufzte er tief.
Ein oder zwei Tage später verliess er still die Insel, und das war das Letzte,
was sie jemals von dem grossen Künstler sahen oder hörten... Er starb
am 2. November, vor vielen Jahren...
Rai-Zusammenfassung:
- "Pasolini" - Sandokan erinnert sich an Pasolini der während
eines Aufenthaltes auf Mompracem Fussball spielte und stundenlang barfuss spazieren
ging. Er erinnert sich auch daran, als er einen "Othello" mit sizilianischen
Marionetten [berühmtes Marionettentheater, so ähnlich beliebt wie Augsburger
Puppenkiste in Deutschland] in Szene setzte, und an die Reaktionen der Einwohner
von Mompracem.
- "Pasolini" - Sandokan ricorda Pasolini che, in visita a Mompracem,
giocava a pallone e camminava a piedi scalzi per ore. Racconta anche come mise
in scena un "Otello" coi pupi siciliani e le reazioni degli abitanti
di Mompracem.
#39
- 1. November 2007
Verdelunas Worte sind durch die Luft über Mompracem geflogen, und Sandokan
hat sie sicher in seinem kleinen Netz aufgefangen bevor sie auf die Erde fielen.
Sie sprechen von ihren Lippen, wie reife Aprikosen, und von seinen Augen, sprühend
voller Leben, und seiner stolzen Stirn. Oh la la... Da bekommt man ja ganz heisse
Ohren, Sandokan !
Verdeluna beklagt sich, dass ihre Wohnung überheizt ist, und sie obendrein
noch selbst für dieses Privileg zahlen darf. Yanez hat gerade eine Münzwäscherei
neben seinem Kiosk eröffnet. Verdeluna ist wach geworden und musste
zähneknirschend feststellen, dass ihre Waschmaschine ihren Geist aufgegeben
hat, eine unbemerkte Waschkrise hatte, kurzum, total kaputt ist. Und nun gibt's
natürlich einen ganzen See voller schmutzigem Seifenwasser in der ganzen
Wohnung.
Toll
! Vielleicht könnte Yanez ja eine Filiale seines Wäscherei-Geschäfts "Innerlich
sauber" in Verdelunas Nachbarschaft eröffnen ? Seine Wäscherei
bietet übrigens auch eine gutsortierte Bücherei, Internet-Anschluss,
und
eine
Bar,
die Yanez' exquisiten Kaffee verkauft. Oder - sie könnte natürlich
sowas auch selbst eröffnen, mit dem Namen "Innerlich schön, aussen
sauber".
Wäschereien mit Münzautomaten sind Orte voller geheimnisvoller Rätsel,
behauptet Sandokan. Neulich zum Beispiel war er gerade beim Waschen von einigen
Segeln seiner Galeone, und schaute gerade etwas abwesend in das runde Glasauge
der Maschine, als das unheimliche Ding plötzlich geradezu explodierte, denn
der Schleudergang fing mit vollem Karacho an. Und dann wurde er obendrein auch
noch von
einem Maler blöd angequatscht, der wollte Hunderte von seinen Leinwänden
reinwaschen denn, sagte er, sie wären die Werke eines Verrückten. Und
so
sass Sandokan dabei und beobachtete ihn, wie er alle vorhandenen Waschmaschinen
mit ziemlich ungewöhnlichen Kunstwerken vollstopfte, und wie die Malereien
geradezu explodierten in den wildesten Farben, die er je gesehen hatte, als der
Künstler die Maschinen auf Knopfdruck dann anstellte. Welchen Namen hatte
denn
der
Maler
? Also, das klang irgendwie so ähnlich wie "Van Gogh", obwohl
das vielleicht nur so ein Namensvetter war...
Und das erinnert Verdeluna an ihren Bruder Vittorio, der hat gerade angefangen
zu malen um sich selbst damit zu helfen vom Alkohol weg zu kommen. Seine Werke
sind
nicht
nur
einfach Gemälde, sie sind voller merkwürdiger Stückchen Papier
und Plastik, Nägel, ja sogar Zahnpasta. Aber - so hat Vittorio kreativ all
seine Wut, seine Frustrationen und seine Existenzangst aus sich herausgelassen.
Und
er sieht jetzt viel besser aus als früher !
Verdeluna erinnert sich daran, dass sie sich mit Vittorio ein Zimmer teilen musste
als sie ein kleines Mädchen war. Ihr Bruder verstand unter Spass haben,
dass er ausgiebig auf der Tapete herum kritzelte. Eines Tages, die Wände
des
Zimmers
waren beinahe vollgekritzelt, beklagte sie sich darüber. Vittorio besorgte
sich daraufhin einen ganzen Eimer voll weisser Farbe und strich das ganze Zimmer
schneeweiss, und zwar so ziemlich auch alles, was sich darin befand, sogar Verdelunas
Lieblingspuppe... Wie sie ihn da anflehte, alles wieder in den Normalzustand
zurück zu versetzen, sogar die verunstaltete Tapete...
Und hat denn Sandokan irgendwelche Kindheitserinnerungen ?
Er lebt unbeschwert von einem Tag zum anderen, unser Pirat, ohne je zuviel vor
oder zuviel zurück zu schauen. Und er hat ganz bestimmt keine Angst vor
dem
Tod,
sein Begräbnis wird ein Knaller, eine einzige Riesenparty sein ! Zur Aaaaattacke
!!!
Rai-Zusammenfassung:
- "Innerlich schön, äusserlich sauber" - Yanez eröffnet
eine
Münzwäscherei "Innerlich Sauber" auf Mompracem. Vittorio,
Verdelunas
Bruder, beginnt einen Malkurs um vom Alkohol loszukommen.
- "Belli dentro, puliti fuori" - Yanez apre una lavanderia a gettoni "Puliti
dentro" a Mompracem. Vittorio, fratello di Verdeluna, segue un corso di
pittura per disintossicarsi dall'alcool. |